Die Indiskretionen im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen den Ex-Kommunikationschef von Bundesrat Alain Berset hätten untersucht werden sollen. Die Bundesanwaltschaft kündigte vor einem Monat an, dass sie einen ausserordentlichen Staatsanwalt einsetzen will, um die Corona-Leaks zu klären (persoenlich.com berichtete).
Doch: «Geschehen ist bisher: nichts», so die Aargauer Zeitung am Freitag. Die Schweiz am Wochenende, die wie die Aargauer Zeitung zu CH Media gehört, machte Mitte Januar öffentlich, Bersets früherer Kommunikationschef Peter Lauener habe dem Ringier-Verlag wiederholt vertrauliche Informationen zu geplanten Covid-Massnahmen des Bundesrats übermittelt.
Ein ausserordentlicher Sonderermittler hätte abklären sollen, wie die Einvernahmeprotokolle zu CH Media gelangt seien. «Wie man hört, tut sich die Behörde schwer, eine Person zu finden, die das Mandat übernehmen will», schreibt die Aargauer Zeitung. Es gelte als schwierig, Indiskretionen auf den Grund zu gehen.
NZZ-Inlandchefin Christina Neuhaus schreibt in der Ausgabe vom Samstag: «Die Frage, wer ein Interesse daran hatte, dass Laueners und Bersets Aussagen an die Öffentlichkeit gelangten, dürfte unbeantwortet bleiben. Die beiden Journalisten müssen ihre Quellen nicht nennen – und sie hatten genug Zeit, sich auf das Wirken eines allfälligen dritten Sonderermittlers vorzubereiten.» (cbe)