Der Zürcher Medienkonzern Tamedia ist mit dem Ergebnis des ersten Halbjahrs "den Umständen entsprechend" zufrieden. "Wir lagen im Rahmen unserer eigenen Erwartungen", sagte Finanzchef Christoph Tonini der Nachrichtenagentur AWP.
Die Höhe des Konzernumsatzes im Gesamtjahr hängt laut Tonini stark vom Konsolidierungszeitpunkt der übernommenen Berner Mediengruppe Espace Media Groupe ab. Espace werde wohl ab 1. Oktober oder 1. November in die Tamedia-Rechnung einfliessen, sagte Tonini. Der Verlag hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 250 Mio. Fr. erzielt.
Das Segment Zeitungen wird im zweiten Halbjahr am stärksten belastet sein. Einerseits kommt es darauf an, ob die in Zusammenarbeit mit der Berner Zeitung und der Basler Zeitung geplante neue Pendlerzeitung lanciert wird. Tonini rechnet damit, dass die Zeitung im November gestartet wird. Entscheide sollen bis Ende dieser Woche gefällt werden.
Zusätzlich werden sich auch die Anlaufinvestitionen für die in Luxemburg geplante neue Gratiszeitung L'Essentiel negativ in den Margen niederschlagen. Für die anderen drei Bereiche Zeitschriften, Elektronische Medien und Services rechnet der Finanzchef damit, dass die im ersten Halbjahr erreichten Margen gehalten werden.
Nicht zufrieden zeigte sich Tonini mit dem Start ins zweite Semester: "Juli und August sind nicht gut gelaufen und unter unseren Erwartungen geblieben." In gewissen Produkten liege man unter Vorjahr.
Das Ganze sei allerdings nicht beunruhigend. Ab September sehe es wieder aus, sagte Tonini. Für Rückenwind dürften in den verbleibenden Monaten weiterhin das Wachstum des Stellenmarktes und die anstehenden nationalen Wahlen sorgen.

