20.02.2022

SRF-Livespiel

Der Fussball verliert TV-Zuschauer am Samstag

Seit SRF das Super-League-Livespiel am Samstagabend statt am Sonntagnachmittag zeigt, sind die Zahlen um 20 Prozent eingebrochen. Gemäss einem Bericht gibt es Clubs, die sich fragen, ob sich die Zugeständnisse der Liga gegenüber dem Sender Blue wirklich lohnen.
SRF-Livespiel: Der Fussball verliert TV-Zuschauer am Samstag
Beim SRF-Livespiel schalten im Schnitt 40'000 weniger TV-Zuschauer ein. (Bild: Keystone/Gaëtan Bally)

Laut einem Artikel der SonntagsZeitung verfolgen deutlich weniger TV-Zuschauer das SRF-Livespiel der Super League, seitdem dieses neu am Samstagabend statt am Sonntagnachmittag ausgestrahlt wird. Konkret würden im Schnitt 40'000 weniger Menschen einschalten, was einem Minus von über 20 Prozent entspreche. Durchschnittlich würden noch 89'000 Leute die Spiele der höchsten Schweizer Fussballliga sehen.

Wie die SoZ weiter berichtet, hätte SRF gerne den Sonntag behalten. Gemäss dem Zeitungsbericht war es die Swiss Football League selbst, die mit ihrer Ausschreibung der TV-Rechte das SRF vom Sonntag auf den Samstag «vertrieben» habe. Grund sei die «nackte Angst» vor sinkenden Einnahmen aus dem Verkauf der TV-Rechte gewesen. Deswegen habe die Liga ihr Angebot «perfekt» auf den Pay-TV-Sender Blue ausgerichtet. 

Es stellt sich jedoch die Frage, ob diese Strategie für die Proficlubs aufgehen wird. Gemäss der Uefa machten die Einnahmen aus den TV-Rechten gerade einmal 10 Prozent der gesamten Einnahmen der Super-League-Clubs aus. Viel wichtiger seien dagegen die Ticketverkäufe und Sponsoring-Einnahmen – vor Corona kamen sie auf einen Anteil von je 30 Prozent an den Einkünften. Wie die SonntagsZeitung weiter schreibt, erwirtschafteten die Clubs selbst im Pandemiejahr 2020 doppelt so viel Geld mit den Ticketverkäufen wie durch die Übertragungsrechte.

Geht die Strategie auf?

Laut der SoZ gibt es Clubs, die sich deshalb durchaus überlegen würden, ob sich die Zugeständnisse der Liga gegenüber dem Sender Blue wirklich lohnen würden. So werde etwa befürchtet, dass die Stadionbesucher durch die verschiedenen Anspielzeiten abgeschreckt werden könnten.

Weiter stellt sich die Frage, was die Sponsoren davon halten, dass ihre Werbung weniger häufig am TV gesehen wird. Dazu sagt Wanja Greuel, CEO der Young Boys, im Zeitungsbericht: «Das Spiel im Free-TV ist bloss ein kleines Puzzleteil bei Sponsoring-Paketen.» Es gehe auch darum, «wie sichtbar der Sponsor in den sozialen Netzwerken ist, in Print- und Onlinemedien – und in den Zusammenfassungen».

Gerade bei den Zusammenfassungen hat SRF gemäss der SonntagsZeitung Fortschritte erzielt: Seit der Spieltag ab dieser Saison in «Super League Highlights» erst nach dem «Sportpanorama» gezeigt werde, seien die Zahlen gestiegen. Neu würden 193'000 Menschen einschalten – in der vergangenen Saison waren es 12'000 weniger. (tim)


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KOMMENTARE

Urs-Werner Merkli
21.02.2022 12:04 Uhr
Die Vermarktung und die Berichterstattung des Produktes Schweizer Fussball sind ein Witz. Weder akkurate Anspielzeiten noch eine professionelle Berichterstattung auf den beiden Sendern scheint möglich! Zum Glück gibts noch gedruckte Zeitungen sowie den Tagi Podcast am Montag.
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