30.09.2019

Axel Springer

Deutsche «Bilanz» verschwindet

Wie wirkt sich die Einstellung auf das gleichnamige Schweizer Magazin aus? persoenlich.com hat nachgefragt.
Axel Springer: Deutsche «Bilanz» verschwindet
Wird nun vollständig in die «Welt» integriert: Die deutsche «Bilanz», die anhin von einer eigenständige Redaktion geführt wurde. (Bild: welt.de)

Im Bereich «News Media National» der deutschen Axel Springer SE sollen 50 Millionen eingespart werden. Es werden dort Kosten reduziert, «wo das Geschäft weiterhin rückläufig ist» (persoenlich.com berichtete).

In der Mitteilung von Montagmittag heisst es unter anderem, dass der deutsche Ableger der «Bilanz» redaktionell in die «Welt» integriert werde. Das Wirtschaftsmagazin wurde 2014 als Ableger der Schweizer «Bilanz» gegründet und nach dem ersten Jahr mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Etwa mit dem internationalen «INMA-Award 2015» als «Best New Print Product» und dem «Lead Award 2015», quasi dem Oscar der deutschen Zeitungen- und Zeitschriftenbranche, zum zweitbesten «Newcomermagazin des Jahres».

Doch was heisst das für das Schweizer Wirtschaftsmagazin «Bilanz»? Auf Anfrage von persoenlich.com erklärt Malte Wienker von der Unternehmenskommunikation der Axel Springer SE, dass die Sparmassnahmen bei der deutschen «Bilanz» keine Auswirkungen auf die gleichnamige, «extrem erfolgreiche», Schweizer Wirtschaftszeitschrift haben. Man wolle sich nun, wie bereits in der Medienmitteilung erwähnt, auf die zwei Marken «Bild» und «Welt» konzentrieren. Daher würde mit der Integration das Wirtschafts-Know-how in die «Welt» verlagert, was eine Stärkung derselben darstelle. Auf die Frage, ob in Deutschland eine monatliche Wirtschaftszeitschrift wie die «Bilanz» nicht mehr zeitgemäss sei, antwortete Wienker ausweichend, und meinte, man wolle sich, wie bereits erklärt, auf «Bild» und «Welt» konzentrieren.

Gemäss René Beutner, Konzernsprecher von Ringier und somit auch des Joint Ventures Ringier Axel Springer Schweiz, hat die deutsche «Bilanz» ausser dem Namen «überhaupt nichts» mit dem Schweizer Wirtschaftsmagazin zu tun. Jedoch hätten die beiden Titel, so Beutner, im Rahmen einer Kooperation Artikel ausgetauscht. «So was kommt aber bei allen Zeitungen vor.» Somit hätten die Einsparungen beim deutschen Magazin «überhaupt keine Auswirkungen» auf die Schweizer «Bilanz». Weiter seien auch keinerlei Massnahmen geplant. «Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung der ‹Bilanz› in der Schweiz», schreibt Beutner abschliessend.

 


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