Die SRG Bern Freiburg Wallis verzeichnete im vergangenen Jahr erneut einen Mitgliederzuwachs: Mit knapp 2300 Mitgliedern ist sie die drittgrösste regionale Trägerschaft der SRG Deutschschweiz, wie es in einer Mitteilung der SRG heisst. Ziel sei es, weiter zu wachsen und damit die Position und den Einsatz zugunsten des Medienunternehmens SRG zu stärken, erklärte Präsident Léander Jaggi gemäss Mitteilung an der Generalversammlung in Bern vor etwa 200 Mitgliedern. Das sei dringend nötig, weil sich über der SRG Gewitterwolken zusammenbrauten, sagte er mit Hinweis auf die angelaufene medienpolitische Diskussion zum Service public. Da weder Jahresbericht noch -rechnung zu Diskussionen Anlass gaben, erteilte die Versammlung dem Vorstand Decharge.
Engagement für eine unabhängige SRG
Jean-Michel Cina ist seit Anfang Mai Verwaltungsratspräsident der SRG SSR. Der 53-Jährige war im Juli vergangenen Jahres zum Nachfolger von Viktor Baumeler gewählt worden (persoenlich.com berichtete). In seinem Gastreferat sagte der ehemalige Walliser Staatsrat gemäss Mitteilung, dass er sich für eine starke und unabhängige SRG mit Leistungen in hoher Qualität einsetze. «Ich will mich für die öffentliche Sache engagieren und damit auch für unseren Föderalismus, die Solidarität unter den Regionen und die Vielfalt der Schweiz», umschrieb er sein Ziel als SRG-Präsident. Der SRG müsse es gelingen, den digitalen und technologischen Wandel zugunsten des Publikums zu bewältigen und weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Medienvielfalt in unserem Lande zu leisten. «Die SRG muss auch vermehrt ein junges Publikum ansprechen.»
Alle Medien unter Druck
Nicht nur die SRG, sondern alle Medien seien unter Druck. «Die Strukturen, der Werbemarkt, aber auch die Mediennutzung verändern sich. Neue Wettbewerber wie YouTube, Netflix, Facebook, Twitter, Amazon und andere wälzen die Marktbedingungen um und kontrollieren den Zugang zu Millionen oder gar Milliarden von Mediennutzern», wird Cina in der Mitteilung weiter zitiert. In diesem Umfeld sei die No-Billag-Initiative auf Bundesebene zu sehen. Für Cina ist sie eine «grosse Gefahr» für die publizistische Qualität und den Qualitätsjournalismus in der Schweiz im Allgemeinen. «No Billag», so Cina, heisse «No SRG» und sei deshalb ein «No-Go». Das Medienunternehmen SRG mit seinen Leistungen sei auf kommerzieller Basis nicht zu betreiben. (pd/lom)