02.06.2022

Jubiläum

Die Südostschweiz im Wandel der Zeit

Die Tageszeitung der Somedia feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Für die Marke Südostschweiz bedeutet das: dem Wandel folgen, aber in der Struktur und dem Familienunternehmen treu bleiben, so Silvio Lebrument.
Jubiläum: Die Südostschweiz im Wandel der Zeit
Das Unternehmen schuf verschiedene Standbeine im digitalen Bereich. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Am 2. Juni vor 25 Jahren ist erstmals die Südostschweiz erschienen. Verwaltungsratspräsident Silvio Lebrument sprach mit Keystone-SDA über den Wandel der Medienwelt, die Digitalisierung und die Herausforderung, mit regionaler Berichterstattung Geld zu verdienen.

Seit 25 Jahren erscheint die Zeitung Südostschweiz. Davor hiess das Blatt Bündner Nachrichten. Seit geraumer Zeit ist dieser alte Titel klein, aber gut lesbar über dem Nachfolgebegriff auf der Frontseite platziert. Dies sei ein Zeichen regionaler Verankerung, so der Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer Medien, Silvio Lebrument im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.  

Diese Regionalität ist es, was für die Südostschweiz zählt. Die Zeitung gehört neben kleineren Wochenblättern, dem gleichnamigen Onlineportal, einem TV- und einem Radiosender zum Bündner Medienhaus Somedia mit Hauptsitz in Chur.

Print-Ausgaben weiterhin stark

Nach diversen Umstrukturierungen und einem Personalabbau musste das Familienunternehmen sein Profil schärfen und fand es in der regionalen Berichterstattung. Silvio Lebrument, Sohn des Verlegers Hanspeter Lebrument, zeigte sich Keystone-SDA gegenüber überzeugt, dass journalistische Inhalte aus den Regionen immer gefragt sein werden, wenn auch nicht mehr in gleicher Form wie vor 25 Jahren.

Damals, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, waren die Flaggschiffe des Familienunternehmens die Print-Ausgaben und eine lokale Druckerei. Beide Pferde mussten oder müssen längerfristig umgesattelt werden. Dennoch sei der Print, entgegen der gängigen Annahme, nach wie vor stark, bekräftigte Lebrument.

Deshalb investierte das Unternehmen vor einem Jahr 16,5 Millionen Franken in eine neue Zeitungsdruckmaschine in Haag – einer Druckerei bestehend aus einem Verbund der Somedia, dem Sarganserländer und dem Vaduzer Medienhaus.

Mit regionalen Nachrichten Geld verdienen

Zeitungen bleiben wichtig, ist Lebrument überzeugt. Aber die Zahlen seien rückläufig und könnten noch nicht vom Onlinebereich aufgefangen werden. «Die grösste Herausforderung wird es sein, langfristig mit regionalen Nachrichten Geld zu verdienen.»

Es sei positiv, dass die Medienbranche früh von der Digitalisierung betroffen war. Dadurch habe man verschiedene Lösungsansätze ausprobieren können. Auf der einen Seite war dies ein Personalabbau, der aber durch konvergentes Arbeiten ausgeglichen worden sei, so Lebrument. Die vier Südostschweiz-Redaktionen im Haus Somedia (Zeitung, Online, Radio und TV) würden dabei besser miteinander zusammenarbeiten und dadurch Ressourcen sparen.

Weiter schuf das Unternehmen verschiedene Standbeine im digitalen Bereich. Mit der Österreichischen Speed U Up gründete die Somedia die Speed U Up Suisse. Diese bietet Spracherkennung auf Grundlage von künstlicher Intelligenz und datengetriebene digitale Kommunikation. Auch die Agentur Think11 Switzerland entstand durch die Somedia und weitere Partner aus Deutschland und unterstützt Unternehmen bei der digitalen Transformation.

Lebrument ist sich sicher, die Welt hat sich in den letzten 25 Jahren total verändert, und tut es auch weiterhin. Die Marke Südostschweiz soll dem Wandel folgen, jedoch in der Struktur und dem Familienunternehmen treu bleiben. (sda/mj)

Von Mayka Frepp, Keystone-SDA



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