Vor den WM-Matchs stellen sich die Fussballteams traditionsgemäss den Fragen der Journalistinnen und Journalisten. So auch vor dem Spiel der Schweizer Nati gegen Algerien (2:0). Während der algerischen Medienkonferenz irritierte aber ein Schweizer Journalist die Delegation, wie Watson zuerst berichtete.
Daniel Visentini deckt die WM für La Tribune de Genève und 24 Heures ab, zwei Zeitungen, die Tamedia gehören. Seine Frage an Algeriens Coach war an sich harmlos: Was denkt Vladimir Petkovic über die Erfrischungspausen? Für Unmut beim Kommunikationschef der Delegation sorgte aber das, was Visentini vorher sagte.
Es sei eine Frage, die der französische Journalist Christophe Gleizes, der sich in algerischer Haft befindet, gerne gestellt hätte, leitete Visentini ein. Das Wort ergriff der Romand «im Namen der Schweizer Presse». Bei der Erwähnung des Namens Gleizes unterbrach der algerische Kommchef sichtlich genervt. Visentini solle sich auf Fragen zum Match beschränken, sagte er.
Christophe Gleizes wurde im Juni 2025 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt – wegen «Verherrlichung von Terrorismus» und «Besitz von Publikationen mit dem Ziel der Propaganda zum Schaden des nationalen Interesses». Diese Anschuldigungen seien laut Reporter ohne Grenzen «vollkommen unbegründet». Die Fifa stellte sich hinter den Sportjournalisten und akkreditierte ihn für die WM. Fifa-Chef Gianni Infantino sagte im Juni, er hoffe auf eine präsidentielle Begnadigung. (spo)


