09.09.2007

Eva Herman

Entlassung nach Äusserungen zur NS-Zeit

"Mutterkreuzzug" kostet TV-Talkerin den Job.

TV-Moderatorin Eva Herman verliert aufgrund ihrer Äusserungen über die Familienpolitik der NS-Zeit ihren Job. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) entliess die 48-Jährige am Sonntag nach fast 20 Jahren Zusammenarbeit. Hermans "Mutterkreuzzug" sei mit ihrer Rolle als Fernsehmoderatorin und Talk-Gastgeberin nicht vereinbar, so der Sender.

Herman wurde am Sonntag in der deutschen Boulevardzeitung Bild am Sonntag zitiert mit der Äusserung, "im Dritten Reich sei vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges eben auch sehr gut. Zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter." Dem NDR gegenüber bestätigte Herman am Sonntag die ebenfalls in Bild am Sonntag zitierte Aussage, wonach "Werte wie Familie Kinder und das Mutterdasein, die auch im Dritten Reich gefördert wurden, anschliessend durch die 68er abgeschafft wurden. Vieles, was in dieser Zeit hochgehalten wurde, wurde danach abgeschafft."

Laut NDR sind die Äusserungen Hermans zur NS-Familenpolitik nicht der erste Vorfall dieser Art. Einen geplanten Auftritt bei einer Unterorganisation der rechtspopulistischen FPÖ sagte sie erst nach einer Intervention des NDR ab. Der Sender bat Herman in der Folge, Handlungen und Äusserungen zu unterlassen die geeignet seien, ihr öffentliches Bild als TV-Moderatorin und damit auch das des NDR zu beschädigen, wie es in einer Pressemitteilung des NDR heisst.

Herman arbeitet seit 1988 beim NDR gewechselt. Seit 1989 gehörte sie zum Moderatorenteam der "Tagesschau". Diese Position gab sie bereits 2006 nach dem Erscheinen ihres antifeministischen Buches "Das Eva-Prinzip" auf. Zuletzt war sie Moderatorin der Talkshow "Herman und Tietjen".


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