25.08.2026

Creator-Journalismus

Erster Report zur Tätigkeit veröffentlicht

Die Studie vom Schweizer Verein The Creator Press untersucht die Herausforderungen für journalistische Creators.
Creator-Journalismus: Erster Report zur Tätigkeit veröffentlicht
Die Gründerinnen des Verbands, Gabriella Alvarez-Hummel und Kerstin Hasse, sind beide selbst Creator-Journalistinnen. (Bild: The Creator Press)

Der Schweizer Verein The Creator Press hat den «Creator-Journalismus im DACH-Raum Report 2026» veröffentlicht. Es handelt sich um die erste Studie zur Arbeitsrealität von Creator-Journalist:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, heisst es in einer Mitteilung. Grundlage sind eine Umfrage unter 79 Creator-Journalistinnen und -Journalisten sowie 13 vertiefende Interviews mit Creators, Expertinnen und Medienhäusern. 

Der Verein wurde von den Journalistinnen Kerstin Hasse und Gabriella Alvarez-Hummel gegründet. Der Report wurde durch die Stiftung Mercator Schweiz ermöglicht.

Finanzierung als zentrales Problem

Laut Report halten sich 95 Prozent der befragten Creator-Journalistinnen und -Journalisten mindestens so gut wie möglich an journalistische Standards. 77,2 Prozent nennen die Finanzierung als grösste Herausforderung; die meisten seien allerdings nicht wegen des Geldes, sondern wegen der Freiheit, der Kreativität und der Möglichkeit, eigene Themen zu setzen, in dieses Berufsfeld eingestiegen. Der Report kommt zum Schluss, dass Creator-Journalistinnen im Kern mit derselben Finanzierungsfrage konfrontiert seien wie klassische Medienhäuser, allerdings ohne Verlagsstruktur im Rücken.

Regelmässige Nutzung von KI

95 Prozent der Befragten nutzen laut Report künstliche Intelligenz, mehrheitlich regelmässig. Eingesetzt werde KI vor allem für Korrektur, Transkription und Recherche, weniger für inhaltliche und kreative Arbeit. Zudem würden 80 Prozent der Befragten gern mit Medienhäusern kooperieren, jedoch fühlten sich nur 20,3 Prozent von diesen ernst genommen.

«Creator-Journalisten im DACH-Raum sind oft Einzelkämpfer, die sich mit der Monetarisierung ihres Contents herumschlagen», werden Kerstin Hasse und Gabriella Alvarez-Hummel zitiert. Es entstehe ein Berufsfeld mit grossem Potenzial, das jedoch unterstützende Strukturen benötige.

Handlungsempfehlungen an mehrere Akteure

Der Report schliesst mit Empfehlungen an verschiedene Akteure: Creator-Journalistinnen wird geraten, unternehmerisch zu denken, sich zu vernetzen und Werbung nicht grundsätzlich auszuschliessen. Medienhäuser werden aufgefordert, journalistische Creators auf Augenhöhe statt als reinen Vermarktungskanal zu behandeln. Werbepartner sollten auf langfristige Kooperationen und inhaltlichen Fit statt reiner Reichweite setzen, während Förderinnen mit geteilter Infrastruktur und Netzwerken zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit beitragen könnten. (pd/spo)


Der ganze Bericht kann hier heruntergeladen werden.


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