15.08.2002

Schweizer Druckindustrie

Ertragslage weiterhin unbefriedigend

Erhebung des Branchenverbandes Viscom.

Die grafische Industrie hat im zweiten Quartal 2002 unter der schwachen Konjunktur, speziell den sinkenden Werbeausgaben, gelitten. Die Ertragslage ist gemäss einer Erhebung des Branchenverbandes Viscom rückläufig. Dabei beurteilen über die Hälfte der Firmen im Bereich Druck ihre Ertragslage gegenüber dem Vorquartal als rückläufig, wie der Schweizerische Verband für visuelle Kommunikation Viscom am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Zürich mitteilte. Im Bereich Druckweiterverarbeitung hingegen bezeichnet die Mehrheit der Firmen (79.4 Prozent) ihre Ertragslage als gleichbleibend, bei der Medienvorstufe sind es 36.5 Prozent.

Viscom-Direktor Hans-Ulrich Bigler begründete dies mit der Flaute im Inseratemarkt. Das Volumen der Anzeigen in den Zeitungen sei im ersten Halbjahr 2002 gegenüber der Vorjahresperiode um 15 Prozent gesunken. Die Stellenanzeigen seien dabei um 38 Prozent zurückgegangen.

Der Arbeitgeberverband Viscom hat in Zusammenarbeit mit der Konjunkturforschungsstelle KOF/ETH 112 Unternehmen mit 6996 Beschäftigten nach ihren Erwartungen bezüglich der Geschäftsentwicklung befragt. Dem Branchenverband gehören 1000 Betriebe mit rund 22'000 von insgesamt 34'000 Beschäftigten der grafischen Industrie an.

Gemäss Bigler erwartet die Druckindustrie eine leichte Belebung gegen Ende des Jahres 2002. Im Jahresdurchschnitt werden die Umsätze gemäss Viscom-Schätzung rund 5 Prozent unter dem Vorjahr liegen. Die Werbeausgaben würden auf dem Niveau des Jahres 2001 verharren, sagte Bigler weiter. Als wichtigste Einflussfaktoren der Druckindustrie bezeichnete Bigler die Industrieproduktion, der private Konsum, die Werbetätigkeit der Wirtschaft und der Einzelhandelsumsatz.

Viscom-Präsident Peter Edelmann forderte weiter von der öffenlichen Hand, bei Offertausschreibungen an die grafische Industrie zu berücksichtigen, dass die Einhaltung des Gesamtarbeitsvertrages (GAV) zu höheren Kosten führt. Der Preisunterschied liege bei rund 10 Prozent, sagte Edelmann. Die Sozialpartner -- Arbeitgeber sowie die Gewerkschaften Comedia und Syna -- forderten deshalb von Bund, Kantonen und Gemeinden, bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen die Leistungen der Betriebe im Rahmen der Sozialpartnerschaft zu berücksichtigen.


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