Rudolf «Ruedi» Rohr war Fotoreporter und Legende beim Blick in den ersten zwanzig Jahren des Boulevardmediums. Auch ausserhalb des Journalismus hat er sich einen Namen gemacht – zum Beispiel 1973 als Mitgründer der Kurier AG, dem ersten Motorrad-Kurierdienst in der Schweiz.
Fast 50 Jahre später hat er sich zum Freitod entschieden, wie aus einer Mail vom Montagvormittag an seine Freunde hervorgeht, die persoenlich.com vorliegt. Darin schreibt er: «Wenn ihr diese Nachricht bekommt, hat sich meine Seele bereits vom Körper gelöst. Nach über drei Jahren in einem zunehmend untragbaren Zustand habe ich die Möglichkeit für eine Freitodbegleitung gefunden.»
Rohr starb im Beisein seiner beiden Kinder. «Sie haben sich nach meinem Unfall sehr um mich gekümmert. Dafür bin ich ihnen zutiefst dankbar», wie es in der Mail weiter heisst. Rohr entschuldigt sich bei seinen Freunden dafür, wenn er sie nicht in sein Vorhaben eingeweiht habe oder sich persönlich hätte verabschieden können: «Bitte vergebt mir, wenn ich euch in irgendeiner Weise verletzt habe.» Und er betont: «Ich danke sehr für die gemeinsam verbrachte Zeit, das mir entgegengebrachte Vertrauen und wünsche euch alles Gute auf dem weiteren Weg – vor allem gute Gesundheit.» (tim)

