03.11.2007

Uli Rubner

"Facts bleibt ein Wermutstropfen"

Tamedia-Zeitschriftenchefin will sich selbständig machen.

Sie hätte bei der Tamedia Zeitschriftenchefin bleiben können, entschloss sich aber trotzdem, den Sessel zu räumen: Uli Rubner, seit Anfang 2005 in der Konzernleitung der Tamedia, nimmt den Hut. "Das Spannende an meinem bisherigen Job war die Arbeit in der Unternehmensleitung. Da der Bereich Zeitschrift nicht mehr ein Bereich der Unternehmensleitung ist, habe ich mich entschieden, Tamedia zu verlassen" erklärt sie auf Anfrage von "persoenlich.com".

Rubner, die in ihrer Karriere in den drei grössten Verlagshäusern Zürichs stets in leitenden Funktionen tätig war, plant nach Beendigung der Arbeit bei der Tamedia den Weg in die Selbständigkeit zu suchen. Die Medienmanagerin hat vor, Projekte und Mandate im In- und Ausland zu übernehmen. "Wer immer jemanden braucht: Ab 1. Mai stehe ich für Interims-Management, Neulancierungen, Restrukturierungen oder ähnliche Aufgaben zur Verfügung", wirbt Rubner bereits in eigener Sache.

Rubner behält den Karriereabschnitt an der Werdstrasse in guter Erinnerung. Sie sagt: "Ich habe in der Zusammenarbeit mit Martin Kall und den übrigen Kollegen in der Unternehmensleitung eine Menge dazugelernt und nehme dieses Know-How mit in die Zukunft." Bei ihrem Abgang im Frühling wird sie nach eigenen Angaben bloss wirtschaftlich gesunde Zeitschriften an ihren Nachfolger übergeben können: "Die Titel Annabelle, Schweizer Familie, TVtäglich und Finanz und Wirtschaft stehen sehr gut da."

Als Zeitschriftenchefin hatte Rubner bei der Tamedia jedoch auch Tiefpunkte zu überstehen. Ein "Wermutstropfen" bleibt die Eintstellung von "Facts". Zumal Rubner im Januar 2005 mit der festen Überzeugung an die Werdstrasse gekommen war, zu wiederholen, was ihr an der Förrlibuckstrasse gelungen war. Zusammen mit Roger Köppel hatte sie die serbelnde "Weltwoche" wieder auf Kurs gebracht. Dass ihr dasselbe Kunststück trotz grösster Anstrengungen mit Facts nicht gelang, bedauert Rubner: "Facts hatte zwar Fortschritte gemacht, aber am Schluss musste ich einsehen, dass die Situation im Wochenmarkt pickelhart ist und es keine Alternative zur Einstellung gab". Rubner wird noch bis Ende April 2008 im Dienste der Tamedia stehen. (Text: David Vonplon)


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