Die Schweizerische Erhebungsstelle für die Radio- und Fernsehabgabe (Serafe) verschickt ihre Rechnungen seit Anfang Jahr und ist dabei schon in die Kritik gekommen (persoenlich.com berichtete). Den Auftrag hat die Firma von der Billag übernommen. Laut «Blick» erhielt diese vom Bund 60 Millionen Franken pro Jahr, die Serafe erhält nur rund 20 Millionen Franken.
Möglich sei dies, weil die Serafe die Daten von Einwohnerämter bekommen habe und der Versand über ein Computerprogramm läuft. Dieser Datensatz sei bisher zwar erfasst, aber noch nie gebraucht worden. Wenige Tage nach dem Versand der 3,6 Millionen Rechnungen wurden einige Unstimmigkeiten aufgedeckt. Rund 70’000 Rechnungen sollen fehlerhaft gewesen sein – das entspricht zwei Prozent.
Die Serafe musste kurz darauf die Zuständigkeit für die Korrekturen im Einwohnerregister übernehmen. Im Januar kamen bis zu 10'000 Anrufe pro Tag. Wegen der vielen Kundenanfragen habe das Callcenter bis zu 30 zusätzliche Telefonisten eingestellt – 100 seien regulär eingeplant. Von Gesetzes wegen dürfen diese jedoch keine Änderungen vornehmen und und müssen diese an die Einwohnerdienste weiterleiten.
Lösungssuche mit Bund und Gemeinden
Betroffene müssen mindestens bis im Hochsommer auf eine Lösung warten. Bis dann wollen sich Serafe, das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) und die Gemeinden auf ein Vorgehen geeinigt haben, schreibt der «Blick». Wer einen Fehler bereits im Januar gemeldet hat, werde diesen auch im Juni noch auf der neuen Rechnung finden.
Im «Blick» nimmt Serafe-Sprecher Erich Heynen Stellung: «Nie war die Rede davon, dass wir alleinige Anlaufstelle für Fragen und Korrekturen zu Personendaten sein würden.» Das Unternehmen dürfe ihren Zusatzaufwand darum dem Bund in Rechnung stellen. Laut Heynen suche man erst eine Lösung für das Problem und beschäftige sich danach mit der Höhe dieser Mehraufwände. Das bestätigt auch ein Bakom-Sprecher gegenüber der Zeitung: «Allfällige Aufwände der Serafe, die vom Pflichtenheft nicht abgedeckt sind, müsse diese genau beziffert und begründet beim Bakom geltend machen.» (log)