28.10.2004

Kuno Bont / Allan Guggenbühl

Filmprojekt zum Thema Jugendgewalt

Junge Menschen sollen ihre Sichtweise selbst darlegen.

Der St. Galler Filmemacher Kuno Bont und der Zürcher Kinderpsychologe Allan Guggenbühl produzieren einen Film zum Thema Jugendgewalt. Hintergrund und Konzept des Projekts wurde am Donnerstag im Rheintal vorgestellt.

Die Idee zum Film stammt von der Rheintaler alt SVP-Kantonsrätin Vreni Kurer aus Balgach SG. Die Pädagogin und Mutter setzte sich intensiv mit der Problematik der Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen auseinander, wie sie am Donnerstag in Balgach vor den Medien sagte. Sie gelangte an den Rheintaler Filmemacher Kuno Bont.

Zusammen mit ihm und weiteren Personen aus Politik, Bildung, Jugendarbeit, Kirche und Jugendanwaltschaft gründeten sie den Verein "Gewaltpräventionsprojekt St. Gallen/Liechtenstein". Dieser sammelt Geld für den Film. Es wird mit Kosten von 368'000 Franken gerechnet. Die Dreharbeiten beginnen am 16. November in Graubünden.

Mit 13 Jugendlichen

In einem mehrstufigen Casting, das Kuno Bont zusammen mit Allan Guggenbühl vom Institut für Konfliktmanagement und Mythodrama (IKM) in Zürich durchführte, wurden 13 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 19 Jahren ausgewählt. Sie ziehen sich in die Abgeschiedenheit der Fideriser Heuberge GR für eine Projektwoche in ein Berghaus zurück. Das Filmteam unter der Leitung von Kuno Bont zeichnet das Geschehen dieser Woche mit zwei Kameras auf und ergänzt wichtige Szenen nachträglich mit Expertenmeinungen, den Stimmen Betroffener und mit einzelnen Spielszenen, in denen die Jugendlichen auftreten.

Tabu brechen

Der Psychologe Allan Guggenbühl sagt, viele Jugendliche wendeten Gewalt an, um ein Tabu der Erwachsene zu brechen und sich zu profilieren. Erwachsene Hier knüpft der Film an: Gewalt soll enttabuisiert werden. Nicht die Erwachsenen sollen den Jugendlichen Gewalt erklären; Jugendliche sollen ihre Ängste, Konflikte und Aggressionen selbst schildern. Das setze laut Guggenbühl voraus, dass die Jungen ernst genommen werden. Ihre Erlebnisse würden im Lauf der Projektwoche mit jenen historischer und aktueller bekannter Menschen verglichen und Archetypen zugeordnet. Gemeinsam werde nach Ideen gesucht, um der Gewalt nicht hilflos gegenüber stehen zu müssen, sagte Guggenbühl.

Im Fernsehen, in Schulen


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