Am 5. Juli veröffentlichte SF DRS die Zuschauerbilanz der Euro 2004. Die Weltwoche schrieb am 8. Juli, die Zuschauer seien "zu Hunderttausenden" zu ARD und ZDF übergelaufen. Die Aargauer Zeitung übernahm am 14. Juli einen Teil der Weltwoche-Aussagen. Nun wehrt sich der Sender gegen diese Aussage:
Der EM-Final am 4. Juli sei mit durchschnittlich 1'404'000 Zuschauerinnen und Zuschauern das meistgesehene Endspiel einer EM oder WM auf SF DRS seit der Einführung der Telecontrol-Messung 1985, heisst es in einer Stellungnahme vom Donnerstag. Keine Rede von Überlaufen zur Konkurrenz also: In der letzten Viertelstunde des Finalspiels betrug die Sehbeteiligung demnach durchschnittlich 1.7 Millionen.
Fussballgrossereignisse wie EM oder WM führen zu Potentialsausweitungen -- dieses Jahr betrug das Potential am Vorabend ca. 1.2 Mio. (2000: 990'000 Personen) und am Hauptabend ca. 1.8 Mio. (2000: 1.6 Mio.). Sowohl SF DRS als auch ARD/ZDF profitierten von diesem höheren Publikumspotential. Insgesamt sahen 2004 mehr Personen die Spiele als 2000. Ein Grund dafür sei sicherlich auch die Beteiligung der Schweizer Fussballnationalmannschaft, glaubt man am Leutschenbach.

