«Die Registrierung als Medium wird für ungültig erklärt», verkündete die zuständige Richterin am Montag, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete. Der Entzug erfolgte demnach auf Antrag der russischen Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor.
Die Behörde begründete dies damit, dass die Zeitung trotz einer Verwarnung ihr Redaktionsstatut nicht vorgelegt habe. Chefredakteur der Nowaja Gaseta ist Dmitri Muratow, der vergangenes Jahr den Friedensnobelpreis bekam.
Die Zeitung hatte kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine vor einem halben Jahr ihr Erscheinen einstellen müssen. Muratow begründete das damals mit der Sorge um das Wohl der Korrespondenten, nachdem in Russland ein Fake-News-Gesetz in Kraft getreten war.
Es sieht hohe Haftstrafen für Journalisten vor, deren Veröffentlichungen offiziellen Verlautbarungen widersprechen. Die Nowaja Gaseta hatte den russischen Angriff auf die Ukraine als Krieg bezeichnet. Offiziell wird er in Russland nur «militärische Spezialoperation» genannt.
Muratow kündigte an, gegen den Entzug der Lizenz in Berufung zu gehen. «Das ist ein Scheinurteil auf politische Bestellung», sagte der 60-Jährige. «Es hat nicht die geringste gesetzliche Grundlage.» (sda/dpa/tim)
05.09.2022
Ukrainekrieg
Gericht entzieht Nowaja Gaseta die Zulassung
Ein Bezirksgericht in Moskau hat der kremlkritischen Zeitung die Zulassung entzogen. Chefredaktor Dmitri Muratow kündigte an, gegen den Entzug der Lizenz in Berufung zu gehen.
Dmitri Muratow, Chefredaktor der kremlkritischen Nowaja Gaseta, will gegen den Entscheid eines russischen Gerichts vorgehen. (Bild: Keystone/DPA/Rainer Jensen)
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