Das Schweizer Radio und Fernsehen streicht 66 Vollzeitstellen, vor allem in Produktion und Technologie. So sollen insgesamt 12 Millionen Franken gespart werden. Direkte Auswirkungen auf das Programm haben diese Einsparungen nicht.
Wie persoenlich.com vorab erfahren hatte, betreffen die Einsparungen auch die Bereiche Direktion, Distribution, Audience und Finanzen, wo 31 Vollzeitstellen wegfallen – acht davon in der Direktion. Insgesamt vier Millionen Franken sollen in diesen Bereichen gespart werden.
Der Abbau soll bis Ende Jahr vollzogen werden, teilte Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) am Dienstag mit. Geplant sind etwa die Stilllegung einzelner Studios und Regien am Standort Zürich Leutschenbach.
Zudem spart SRF bei der Ausstattung, etwa beim Bau und in der Gestaltung von Studiodekors. Auch beim Immobilienunterhalt wird der Rotstift angesetzt.
SRF muss 20 Millionen sparen
Im kommenden Jahr wird das SRF rund 20 Millionen Franken weniger zur Verfügung haben. Hauptgründe dafür sind unter anderem rückläufige Werbeeinnahmen und die Teuerung.
Im Februar kündigte das SRF bereits einen ersten Teil dieser Einsparungen an. Damals ging es um Kürzungen in der Höhe von 8 Millionen Franken, die unter anderem das Aus für die tägliche People-Sendung «Gesichter und Geschichten» per Ende Juni bedeuteten (persoenlich.com berichtete).
SRF-Direktorin Nathalie Wappler hatte bereits am Montag vor den Medien in Bern betont, dass diese Sparrunde keine Programme betreffen soll. «Wir sparen in der Struktur», sagte sie.
Am Montag hatte die SRG die Eckpunkte ihres Sparprogramms «Enavant» kommuniziert. Damit sollen total 270 Millionen Franken gekürzt werden. Die am Dienstag kommunizierten Massnahmen beim SRF stehen nicht in direktem Zusammenhang damit und müssen unabhängig davon eingespart werden.
60 bis 70 Vollzeitstellen bei RTS
Das Westschweizer Radio- und Fernsehen RTS muss aufgrund der angespannten Finanzlage rund 60 bis 70 Vollzeitstellen abbauen. Betroffen sind auch 6,4 Vollzeitstellen im Kaderbereich, die im Zuge einer Reorganisation bestimmter Abteilungen wegfallen, wie der Westschweizer Sender am Dienstag mitteilte. Der Stellenabbau ist Teil eines Sparpakets von 16,5 Millionen Franken, das bis 2026 umgesetzt werden soll.
RTS hofft, die sozialen Auswirkungen durch eine vorausschauende Planung abzufedern: Etwa die Hälfte der Stellenstreichungen soll über natürliche Abgänge erfolgen. Durch bereits erfolgte Anpassungen bei den Leistungen im vergangenen Jahr können die Entlassungen auf rund 20 Personen begrenzt werden. Die betroffenen Mitarbeitenden werden im Herbst informiert. Zusätzlich wird die Sportredaktion ab 2027 von Genf nach Lausanne-Ecublens verlegt, um Gebäudekosten zu reduzieren.
Die Sparmassnahmen sind eine Folge der schwierigen Finanzlage der SRG: Der Bundesrat passt die Medienabgabe nicht mehr vollständig der Teuerung an, während die Werbeeinnahmen kontinuierlich zurückgehen. Die Einsparungen erfolgen in drei Bereichen: Reduktion von Dienstleistungen in technischen Bereichen, Optimierung der Programmproduktion und gezielte Kürzungen beim Programmangebot. Parallel dazu werden verschiedene Radio- und TV-Formate umgestaltet oder eingestellt. (pd/sda/spo/nil/cbe)