05.09.2005

Studie

Grosses Interesse an mobilem Fernsehen

Interaktives Handy-TV wird zum Umsatztreiber.

Mobile Medieninhalte haben bislang im Mobilfunkmarkt keine große Rolle gespielt, trotz der hohen Erwartungen bei der UMTS-Lizenzvergabe vor fünf Jahren. Doch diese Konsumzurückhaltung wird nach einer aktuellen Untersuchung der internationalen Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton im kommenden Jahr aufbrechen. Wie eine repräsentative Marktbefragung in Deutschland unter rund 2000 potenziellen Nutzern zeigt, ist das Interesse am mobilen Fernsehen groß, die Bezahlbereitschaft liegt bei monatlich fünf bis zehn Euro. Bei einer Einführung im Frühjahr 2006 kann in Deutschland bereits im Jahr 2007 mit einem zusätzlichen Umsatzvolumen von 200 bis 300 Millionen Euro gerechnet werden, in Europa sogar von einer Milliarde Euro."Etabliert sich Handy-TV als ein zusätzlicher Medienkanal, so ist für dieses Marktsegment bereits 2010 ein Umsatz von bis zu einer Milliarde Euro in Deutschland und von 4 bis 4,5 Milliarden in Europa realisierbar.", so Dr. Roman Friedrich, Geschäftsführer und Telekommunikationsexperte bei Booz Allen Hamilton.

Kooperationen von Netzbetreibern und TV-Sendern als Bedingung

Voraussetzung ist allerdings, dass sich Netzbetreiber und Medienanbieter so rasch wie möglich auf partnerschaftliche Geschäftsmodelle einigen und entsprechend attraktive Angebote auf den Markt bringen -- gerade für die Anbieterseite eine große Herausforderung. "Grundsätzlich ist digitales mobiles Broadcasting für die TV-Sender auch ohne Kooperation mit einem Netzbetreiber möglich. Um jedoch die Interaktivität durch einen UMTS-Rückkanal sicherzustellen, die Integration von speziellen Services auf den Endgeräten zu vereinfachen oder auch komplexe Themen wie Bezahlung oder Identifizierung zu managen, ist es für die Broadcaster sinnvoll, sich in strategischen Allianzen mit den Netzbetreibern zu verbünden", empfiehlt Friedrich. Die Anpassungskosten der bestehenden DVB-T-Netze auf ein nationales DVB-H-Netzwerk liegen für Investitionen und Betrieb bei rund 50 Millionen Euro pro Jahr. Dies ist relativ gering, verglichen mit anderen Lösungen. Trotzdem bedeutet der Aufwand eine Barriere für "Low-Revenue"-Modelle oder gar kostenlose Angebote. Kooperationen zahlen sich zudem bei der Subventionierung von DVB-H- und UMTS-fähigen Mobiltelefonen aus. Deren Preise werden bei der voraussichtlichen Markteinführung im Frühjahr 2006 nicht unter 500 Euro liegen.

UMTS gewinnt Bedeutung als Rückkanal


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