17.10.2007

TV-Trend

Grün macht Quote

Leute werden auf einer Müllhalde ausgesetzt, wo sie ums Überleben kämpfen und Ökokrieger gehen gegen Verschwenderhaushalte vor. Dies sind nur zwei Grundideen von neuen erfolgreichen TV-Formaten. Sie sind Beispiele für den im letzten Jahr weltweit einsetzenden Boom von Ökosendungen, wie das Dossier der Programmbeobachtungsfirma The Wit zeigt. Dieses wurde an der Fernsehmesse Mipcom in Cannes vorgestellt. Die grüne TV-Offensive:
TV-Trend: Grün macht Quote

Interessanterweise machen bei der grünen Offensive nicht nur öffentlichrechtliche Kanäle mit. Auch die Privaten sind mit interessanten Formaten Teil davon. Fernsehunterhaltung ist Showtime und die Probleme des Planeten Erde gehören eher zum ernsteren Genre. Das ist also eine echte Herausforderung für die Unterhaltungsleute der Branche. Aber das Thema ist zu populär, um es allein den Informationssendungen zu überlassen.

Eine spezielle Art des Zugriffs hat darum der australische Sender ABC entwickelt: Jede Woche schickt er die "Carbon Cops" zu einer Familie. Und dann wird ermittelt und ermahnt und die Bewohner (und die Zuschauer) lernen die Oeko-Gesetze kennen, die gegen die globale Erwärmung helfen und die sie respektieren sollen.

Eine spezielle Art des Zugriffs hat darum der australische Sender ABC entwickelt: Jede Woche schickt er die "Carbon Cops" zu einer Familie. Und dann wird ermittelt und ermahnt und die Bewohner (und die Zuschauer) lernen die Oeko-Gesetze kennen, die gegen die globale Erwärmung helfen und die sie respektieren sollen.

Feldzug im Namen der Ökologie

Statt auf Polizeijargon macht die BBC mit ihrem Ökoprogramm auf Feldzug. Drei Ökokrieger rücken in der Serie "Outrageous Wasters" jede Woche einem der grössten Verschwenderhaushalte Grossbritanniens auf die Pelle: Die Problemfamilie muss dann 5 Tage in einem Öko-Erziehungsheim verbringen, wo sie lernt, grüner und trotzdem lustvoll zu leben.

Unterdessen stellen die drei grünen Missionare das Haus so um, dass die Familie in Zukunft ökologisch verantwortungsvoller leben kann. So sie denn will. Denn alle Veränderungen können rückgängig gemacht werden, wenn das Erziehungscamp nichts gefruchtet hat…

Auf der Promischiene macht das holländische Programm "Cowboys and Angels" grünes Fernsehen: Sieben Promis werden nach Brasilien geschickt, wo sie bei einem WWF-Programm mithelfen. Sie müssen dabei in primitiven Verhältnissen leben und so lernen ein besseres Gleichgewicht zwischen Luxus und ökologischer Verantwortung zu finden.

In Grossbritanien werden Leute auf einer Müllhalde ausgesetzt

Ein hartes Realityprogramm zeigt Channel4 in Grossbritannien. In "Dumped" werden elf Leute auf der grössten Müllhalde Englands ausgesetzt und müssen dort drei Wochen von dem leben, was andere weggeworfen haben. Und sie finden raus, dass sie mit all den Sachen, die weggeworfen werden, komfortabel ja fast luxeriös leben könnten, wenn nur der fürchterliche Gestank nicht wäre…

Ein hartes Realityprogramm zeigt Channel4 in Grossbritannien. In "Dumped" werden elf Leute auf der grössten Müllhalde Englands ausgesetzt und müssen dort drei Wochen von dem leben, was andere weggeworfen haben. Und sie finden raus, dass sie mit all den Sachen, die weggeworfen werden, komfortabel ja fast luxeriös leben könnten, wenn nur der fürchterliche Gestank nicht wäre…

Alle diese und die meisten anderen der 14 Programme, die in den letzten Monaten "On Air" gingen, nähern sich dem Thema spielerisch. Und auch wenn sie den Zeigefinger montieren und Überwachungs- und Bestrafungsrituale inszenieren, machen sie das mit einem Augenzwinkern, das weit weg ist von dem bei Jugendlichen verhassten Schulfernsehen.

Viele wichtige Infos und grüne Tipps werden auf die meist ausgezeichneten Websites ausgelagert. Dort kann man zum Beispiel seinen CO2 Verbrauch ausrechnen oder die Umweltbilanz verschiedenster Lebensstile abfragen. Und als "Bonus" für die Zuschauer wird häufig auf die finanziellen Ersparnisse hingewiesen, die ein cleverer grüner Lebensstil mit sich bringt.

Am gekonntesten macht das die Sendung "Wai$ted" aus Neuseeland. In der "show that entertains, saves your planet and your cash" wird der Familie, die während einer ganzen Sendung einem grünen Regime unterworfen war, im Finale ein grosser Scheck überreicht, der die Ersparnisse dank grünem Lebensstil symbolisiert.

(Text: Klaus Vieli / Quelle: Virginia Mouseler, The Wit)


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