18.04.2021

Tribune Publishing

Hansjörg Wyss steigt aus Bieterkampf aus

Der Schweizer erachtet es als schwierig, die Chicago Tribune in eine nationale Publikation umzuwandeln.
Tribune Publishing: Hansjörg Wyss steigt aus Bieterkampf aus
Die Chicago Tribune ist das Flaggschiff des Zeitungskonzerns Tribune Publishing. (Bild: Keystone/AP Photo/Kiichiro Sato)

Der Milliardär Hansjörg Wyss hat sich laut einem Pressebericht aus dem Bieterkonsortium zurückgezogen, dass sich um den Kauf des Chicagoer Zeitungskonzerns Tribune Publishing bemüht. Das berichtete am Wochenende die Chicago Tribune und berief sich auf gut informierte Kreise.

Wyss' Partner, der amerikanische Hotelier Stewart W. Bainum Jr., bleibe aber weiter am Ball, berichtete die Chicago Tribune, die als Flaggschiff des Zeitungskonzerns von der Ereignissen direkt betroffen ist. Wyss habe Bainum seinen Rückzug letzten Freitag mitgeteilt.

Der Grund: Der 85-jährige Berner habe festgestellt, dass sein langfristiger Plan, die Chicago Tribune in eine nationale Publikation zu verwandeln, ohne eine grosse Investition «extrem schwierig» zu erreichen sein würde. Von den involvierten Parteien war keine Stellungnahme erhältlich.

Kurz nach Ostern hatten Wyss und Bainum eine unverbindliche Offerte von 680 Millionen Dollar vorgelegt, um den Konzern zu kaufen (persoenlich.com berichtete). Damit sollte verhindert werden, dass die Zeitungen in die Hand des New Yorker Hedgefonds Alden Global Capital gerät. Dieser hält bereits knapp 32 Prozent der Aktien und greift mit einer eigenen Offerte nach dem Rest der Anteile.

Zu seinen Beweggründen, sich zu engagieren, hatte sich Wyss bei einer früheren Gelegenheit folgendermassen erklärt: «Ich möchte nicht, dass eine weitere Zeitung den Bach runtergeht, die die Chance hat, dem amerikanischen Volk mehr Wahrheit zu vermitteln.»

Wyss zählt zu den reichsten Schweizern – und zu den spendabelsten. So hat er mehrere Hundert Millionen Dollar für den Umweltschutz in den USA gespendet. Auch die ETH und die Universitäten Zürich und Genf oder das Kunstmuseum Bern wurden von ihm mit zig Millionen bedacht. Zudem macht Wyss bei «The giving Pledge» mit. Damit verpflichtet er sich, mindestens die Hälfte seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. (sda/awp/cbe)



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