Der Tod von Helmut-Maria Glogger war in allen Schweizer und sogar ausländischen Medien ein Thema. Einen ausführlichen Artikel schrieb am Sonntag unter dem Titel «Ein Mann der Volksseele» Willi Winkler auf sueddeutsche.de: «Er war ein Lohnschreiber allererster Güte und damit so romanfähig, dass sogar Martin Walser Reklame für den als Marcel du Chèvre camouflierten Klatschreporter machte. «Nimm keine Rücksicht», war sein Motto, aber geschmeidiger als er, der Geisterschreiber für Udo Jürgens (Unterm Smoking Gänsehaut) und Eliette von Karajan (Mein Leben an seiner Seite), konnte niemand sein. Schamlos becherte er mit Schlagerzwergen, segelte mit der demi-monde, lobhudelte für jede Form von Adel, um hinterher doch nur schlecht über seine Geldgeber zu reden. Er wollte einfach nur schreiben, immer schon.»
«Hommes de Lettres»
In der Montagausgabe der «Basler Zeitung» widmet sich Autor René Zeyer dem Verstorbenen. Unter dem Titel «Helmut Glogger - ein Hommes de Lettres» schreibt dieser über seinen Freund: «Es gab den öffentlichen Helmut-Maria, den Society-Schreiber mit einem starken Hang zum englischen Königshaus, mit einem enzyklopädischen Wissen über die Berühmten und Schönen und Reichen und ganz schön Reichen. Es gab den Ackergaul und Vielschreiber Helmut-Maria, den Chefredaktor der Glückspost, den Ringier-Mann. Missverstanden als der People-Journalist fürs Seichte. In Wirklichkeit war er Vollblutjournalist, übersprudelnd von Ideen, Einfällen, der, wenn es nottat, eine Serie aus dem Ärmel schütteln konnte, eine plötzlich auftauchende Lücke im Blatt mit begnadeter Geschwindigkeit füllte. Immer zur Stelle, immer verantwortlich, immer bereit.»
Zeyer verweist auch auf seinen aprupten Abgang bei Ringier vor zwei Jahren und folgerte: «Nie erhielt er die Anerkennung, die ihm eigentlich gebührte, nicht ohne Selbstverschulden. Aber er war einer der letzten ganz grossen Journalisten und Autoren der Schweiz, mit eleganter Feder, aus innerem Reichtum schöpfend und viel zu viele Perlen vor die Säue werfend. Immer so voller Pläne, Worte, Projekte. Ach, du fehlst.» (ma)