SRG-Generaldirektor Armin Walpen lehnt die Übertragung von Formel 1-Rennen nicht grundsätzlich ab. "Wenn sich die finanziellen Voraussetzungen ändern, kann über diesen Entscheid neu diskutiert werden", erklärt er im Interview mit der NZZaS. Eine mögliche Variante sei es, dass Sponsoren Geld auf den Tisch legten. Allerdings müssten erhebliche zusätzliche Einnahmen generiert werden, so Walpen.
Der Beschluss, Formel 1-Übertragungen aus dem SF-Programm zu kippen, hatte Walpen in den vergangenen Wochen zum Teil heftige Kritik eingetragen. Auch Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre distanzierte sich von diesem Plan. Walpen selbst verteidigt den Entscheid mit der Notwendigkeit zu Sparen. Aufgrund der gefassten Sportstrategie haben man im Gegensatz zur Formel 1 den nationalen Fussball sowie Eishockey und Skirennen aus den Sparüberlegungen ausgeschlossen. "Überall zu sparen hätte geheissen, alles zu schwächen, nicht zuletzt die Randsportarten."
Der Kritik, das Programm des Schweizer Fernsehens sei zu seicht, hält Walpen entgegen, dass weder das Unterhaltungsangebot ausgebaut, noch die Kultur und Information abgebaut worden seien -- im Gegenteil. Richtig aber sei: "Unterhaltung ist ein sehr schwieriges Gebiet, weil sich die kommerziellen Sender mit ihren grossen Mitteln auf diesen Bereich konzentrieren." Der SRG-Direktor räumt indessen ein, dass er die Sendung "Black 'n' Blond" eine "Katastrophe" fand.
Laut Walpen besteht die Gefahr, dass die Einschaltquoten der SRG bald wegzubrechen drohen, weil Jugendliche immer mehr Zeit im Internet verbringen, und im Fernsehen die Zahl der Spartenkanäle zunimmt. Trotzdem werde das klassische Fernsehen mit grossen Events und Filmen in toller Bildqualität nicht verschwinden. "Wir müssen aber unser Angebot entwickeln, insbesondere im Internet." Dabei werde man auch wieder über Werbung im Internet diskutieren müssen.

