19.06.2007

SF

Hochzeitsgesellschaft vor die Tür gesetzt

Leute vertrieben, Musiker behalten.

Das Schweizer Fernsehen hat einem Hochzeitspaar in Eglisau den schönsten Tag ihres Lebens verdorben. Wie 20 Minuten Online am Dienstag berichtet, hat der Sender die Hochzeitsgesellschaft aus ihrem Apéro-Lokal geworfen. Der Sender dreht derzeit in Eglisau "SF bi de Lüt – ein Ort nimmt ab". Für letzten Freitag plante das SF im Zusammenhang mit der Sendung die Eröffnung einer Ausstellung im Weierbachhus; just an dem Tag, als die Brautleute Schurter mit ihren Gästen anstossen wollten.

Die Hochzeitsgesellschaft traf am Freitagnachmittag im Weierbachhus in Eglisau zur Trauung ein. Das historische Haus wurde für diesen Tag gemietet. Die Reservation, die Schurter von der Gemeinde zugestellt bekam, galt bis abends um 18 Uhr. "Ich habe mir die Bestätigung von der Gemeinde Eglisau schriftlich geben lassen", sagt Schurter gegenüber 20minuten.ch.

Für eben diesen Freitag plante das SF im Zusammenhang mit der Sendung die Eröffnung einer Ausstellung im Weierbachhus. Die Gemeinde gab Schurter trotzdem grünes Licht, man komme "aneinander vorbei", hiess es. Das Schweizer Fernsehen könne danach die Räumlichkeiten übernehmen. Als die Hochzeitsgesellschaft eintraf, hatte sich das Team teilweise bereits im Haus ausgebreitet, so Schurter.

"Sie haben erste Plakate in den Räumlichkeiten aufgehängt." Schurter war erstaunt und erklärte dem Fernsehteam, "dass wir bis 18 Uhr nicht gestört werden wollen". Laut Schurter zeigte das Fernsehteam zunächst Verständnis für das Anliegen, dem Brautpaar wurde gratuliert und viel Glück gewünscht.

Ruppige verbale Auseinandersetzungen

Um 17.15 Uhr sei das drei bis vierköpfige Team jedoch plötzlich in der Runde der Hochzeitsgesellschaft gestanden. "Sie klappten ohne irgendeine Erklärung Tische und Bänke zusammen", so Schurter. Doch damit nicht genug: "Sie forderten unsere Gäste auf, die Räumlichkeiten zu verlassen -- eine Frechheit." Da das Fernsehteam gemäss Schurter immer unfreundlicher ans Werk ging, kam es zwischen den Parteien zu "ruppigen verbalen Auseinandersetzungen".

Schurter kann sich zwar vorstellen, dass das Produktionsteam von SF unter Zeitdruck gestanden ist. Doch seine Bilanz fällt deutlich aus: "Das Team hat uns den Hochzeitsapéro versaut." Er glaubt, dass das Fernsehteam einfach schlecht vorbereitet war: "Am Schluss fragten sie sogar noch unsere Musiker, ob sie für die Vernissage bleiben würden."

SF sieht sich im Recht


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen