Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ist weiter im Online-Fieber. Erst in der Vorwoche hat der Konzern die Internetportale Golem.de und NetDoktor.de gekauft. Nun ist die Übernahme des Online-Dienstleisters Abacho.de geplant. Holtzbrinck Networks, die Internet-Beteiligungsholding der Verlagsgruppe, will den Abacho-Aktionären im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots 4,2 Euro pro Aktie bieten. Der Startschuss für das Angebot soll im August fallen. Mit dem Vollzug des Übernahmeangebots rechnet Holtzbrinck im vierten Quartal 2007.
Mit der geplanten Übernahme will der Verlag seine Marktposition im Bereich Neue Medien stärken. Besonders angetan hat es Holtzbrinck dabei vor allem das von Abacho betriebene Online-Auktionshaus My-Hammer.de. Zum Abacho-Netzwerk daneben die Suchseiten Abacho.de und Abacho.com sowie die Chatseiten ChatCity.de, Chatfun.de und Chatworld.de. Mit länderspezifischen Abacho-Versionen ist der Internetdienstleister auch in Österreich, der Schweiz, Frankreich, England, Spanien, Italien, Schweden und der Türkei vertreten.
In den vergangenen zwei Jahren hat der Holtzbrinck-Verlag, bis dahin eher für seine Print-Flaggschiffe Die Zeit oder Handelsblatt bekannt, massiv in den Online-Bereich investiert. So schnappte sich Holtzbrinck etwa das Studentenportal StudiVZ und legte dafür laut Spiegel 85 Mio. Euro auf den Tisch. Weitere Übernahmen und Beteiligungen sind geplant. (pte)

