«Ich nehme mir jetzt bewusst eine Auszeit»

TX Group - Nach knapp zwei Jahren als Chief Operating Officer gibt Tanja zu Waldeck ihre Funktion beim Medienkonzern ab. Im persoenlich.com-Interview spricht sie über die Beweggründe für ihren Rückzug, den Zeitpunkt der Übergabe – und ihre Pläne für die Zeit danach.

von Christian Beck

Tanja zu Waldeck, Sie verlassen die TX Group aus persönlichen Gründen (persoenlich.com berichtete). Können Sie das etwas konkretisieren – war es ein längerer Entscheidungsprozess oder ein spontaner Schritt?
Seit bald zwei Jahren pendle ich jede Woche zwischen Zürich und meiner Familie in München. Das ging wunderbar im ersten Jahr, wurde aber immer mehr zu einer Herausforderung auf beiden Seiten. Man hat nie genug Zeit und ist damit nie zufrieden. Daher habe ich mich schon länger mit dem Gedanken getragen. Jetzt war ein geeigneter Zeitpunkt für eine Übergabe.

Die Dezentralisierung der Gruppe, bei der Sie laut TX-Präsident Pietro Supino «federführend» waren, ist mit Ihrem Abgang gerade abgeschlossen worden. War das ein bewusst gewählter Zeitpunkt für Ihren Rückzug?
Ja, wir haben den Zeitpunkt bewusst gemeinsam gewählt. Die Gruppe und die Media Services sind jetzt aufgestellt, 20 Minuten gut für die Zukunft ausgerichtet und auch Goldbach hat nur noch ein paar letzte Schritte zu tun. Dies war ein guter Zeitpunkt für eine Übergabe dieser Themen und eine weitere Verschlankung der Gruppenführung.

«Das ist aus meiner Sicht absolut richtig»

Mit Ihrem Weggang wird Ihre Funktion nicht neu besetzt, sondern die Aufgaben werden auf Daniel Mönch übertragen, und die CEOs von Tamedia und 20 Minuten berichten künftig direkt an den Verwaltungsrat. Wie beurteilen Sie diesen Entscheid, die COO-Rolle nicht fortzuführen?
Die Aufgaben werden in Zukunft anders verteilt und das ist aus meiner Sicht absolut richtig und möglich dank der Neuaufstellungen der Unternehmen.

Was war aus Ihrer Sicht die grösste Herausforderung während Ihrer Zeit als COO – und worauf sind Sie besonders stolz?
In Summe haben wir die Medien inklusive der Services auf viel bessere unternehmerische Füsse gestellt. Dies zeigen unsere sehr guten operativen Halbjahresergebnisse. Dies bedeutete viele Restrukturierungen und Firmenverkäufe, aber auch die Entwicklung zukunftsgerichteter neuer Projekte und Geschäftsfelder. Ich bin stolz darauf, in den zwei Jahren den Teams dabei geholfen zu haben, eine klarere Vorstellung von der Zukunft zu entwickeln. Ist das überall perfekt gelungen – nein. Aber doch an vielen Stellen.

Wie geht es für Sie beruflich weiter – haben Sie bereits konkrete Pläne, oder nehmen Sie sich bewusst eine Auszeit?
Ich nehme mir jetzt bewusst eine Auszeit. Wir haben gerade viele Themen auch privat in der Familie anstehen. Denen möchte ich mich jetzt bewusst widmen. Danach werde ich mir im nächsten Jahr wieder neue unternehmerische Herausforderungen suchen.