11.07.2007

Presselandschaft Schweiz

Immer weniger Kaufzeitungen

Anzahl Titel und Gesamtauflage nehmen ab.

Die Anzahl der in der Schweiz erscheinenden Kaufzeitungen und deren Gesamtauflage sind in den letzten Jahren zurückgegangen. Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Publikation des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor. 1939 erschienen in der Schweiz noch 406 verschiedene Titel. Danach ging diese Zahl kontinuierlich um rund die Hälfe zurück. 1950 sank die Zahl unter 400 und 1980 unter 300. 2006 wurden noch 205 Titel gezählt.

Die Gesamtauflage betrug 1939 2,05 Millionen Exemplare. Danach stieg diese Zahl stetig und erreichte 1995 mit 4,26 Millionen einen Höhepunkt. Ab Mitte der neunziger Jahre war ein Rückgang zu verzeichnen. 2006 betrug die Gesamtauflage noch 3,70 Millionen Exemplare. Der Rückgang der Titel betraf vor allem kleine Zeitungen. erücksichtigt bei den Vergleichen wurden Zeitungen mit universellen Inhalten, welche wöchentlich mindestens einmal unter einem eigenständigen Namen erscheinen. Nicht enthalten sind Gratis- und Special Interest Zeitungen. Durch eine geänderte Zählsystematik sind die Zahlen nach 1995 allerdings nicht direkt mit den Vorjahren vergleichbar.

Obwohl in der Statistik nicht berücksichtigt, erwähnt das BFS das Phänomen Gratiszeitungen im Kommentar. Diese neue Gattung vermochte ihre Leserschaft in den letzten sechs Jahren mehr als zu verdoppeln. Die Gratiszeitungen seien vor allem in Bevölkerungsgruppen erfolgreich, welche die Kaufzeitung tendenziell weniger umfassend erreichten, heisst es in der BFS-Publikation. Dies betreffe insbesondere jüngere Menschen und Gruppen mit einem weniger hohen Bildungsniveau. (sda)


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