Die Ombudsstelle der SRG hat ein Social-Media-Video von SRF beanstandet, in dem von israelischen Herbizideinsätzen im Libanon und in Syrien berichtet wird, wie die SRG Deutschschweiz am Mittwoch mitteilte. Ein Punkt der Kritik ist die Titel-Formulierung «Israel vergiftet offenbar Böden von Nachbarländern». Diese erhebe einen schwerwiegenden Vorwurf, dessen Herleitung und Nachweis im Video jedoch unzureichend seien.
Als grössten Mangel wertet die Ombudsstelle, dass der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im Beitrag mit keinem Wort erwähnt werde. Andere Medien hätten den Herbizideinsatz in einen militärischen Kontext gestellt und darauf hingewiesen, dass die Entlaubung der Vegetation unter anderem dazu dienen solle, mögliche Verstecke für Hisbollah-Kämpfer zu beseitigen. Zudem werde im Video lediglich allgemein auf «verschiedene Medien» verwiesen, was als Quellenbeleg nicht ausreiche.
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Die Ombudsstelle stelle dabei nicht infrage, dass Israel Herbizide im Libanon und in Syrien eingesetzt und damit Schäden verursacht habe, heisst es weiter. Für den gravierenden Vorwurf zu Beginn des Videos seien Herleitung, Nachweise und Kontext jedoch unumgänglich – diese seien aber nicht erbracht worden.
Beanstandet wird ausserdem die Titelwahl. Die Ombudsstelle könne nachvollziehen, dass einzelne Beanstandende durch die gewählte Formulierung an das Klischee der «Brunnenvergifter» erinnert würden. Das Publikum habe sich aufgrund des Beitrags keine unverfälschte eigene Meinung bilden können, hält die Ombudsstelle fest. Sie erkennt darin einen gravierenden Verstoss gegen das Sachgerechtigkeitsgebot. (pd/spo)

