Der Fall der 26-jährigen Brasilianerin, die einen rassistischen Übergriff am Bahnhof Zürich-Stettbach vortäuschte, zieht weitere Kreise. Die Zürcher Staatsanwaltschaft klärt ab, wie ein Einvernahmeprotokoll an die "Weltwoche" gelangen konnten. Die "Weltwoche" hatte in ihrer Ausgabe vom Donnerstag berichtet, die angeblich von Neonazis angegriffene Brasilianerin habe am vergangenen Freitag ihre Lüge gestanden. Sie habe ein "eindeutiges Geständnis" abgelegt, das sie "in mehreren Versionen wiederholt" und mit "ihrer (kindlich anmutenden) Unterschrift" bestätigt habe.
Die "Weltwoche" berief sich dabei auf ein Einvernahmeprotokoll der Stadtpolizei Zürich, in das sie Einblick gehabt habe. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl und die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich haben ein Verfahren gegen Unbekannt eingeleitet, wie sie am Donnerstag mitteilten. Dabei stehe nicht nur die Frage einer Amtsgeheimnisverletzung im Fokus. Noch stehe nicht fest, ob eine solche vorliege. Die Berichte in den Medien über die Befragung der Frau träfen teilweise zu. Zu Einzelheiten der Aussagen nehmen die Staatsanwaltschaften und die Stadtpolizei Zürich keine Stellung. (sda)

