27.06.2022

True Story Award

Jacobo García von El País gewinnt den Preis

Der spanische Journalist wird für seine Reportage über die sozialen Auswirkungen eines Drogenkriegs in der Karibik ausgezeichnet. Der zweite Preis geht an die Journalistin Nina Schick vom Süddeutsche Zeitung Magazin.

Am vergangenen Freitagabend wurden in Bern die Gewinner des zweiten True Story Award bekannt gegeben. Die Hauptjury des globalen Journalistenpreises, bestehend aus sieben renommierten Experten aus Nord- und Südamerika, Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Asien, prämierte nach einer ganztägigen Sitzung im Berner Oberland die drei Gewinner und würdigte vier weitere Reportagen.

Der Gewinner des mit 30'000 Franken dotierten Hauptpreises ist der Spanier Jacobo García für seinen Artikel The Murky Waters of the Caribbean, der in El País erschienen ist. Die Reportage beleuchtet eine wenig bekannte Region in der Karibik, in der ein Drogenkrieg stattfindet, der vielschichtige und zerstörerische Auswirkungen auf die soziale Dynamik entlang eines fast 1500 Kilometer langen Küstenstreifens von Mexiko, Belize und Guatemala hat. Gacía porträtiert eine Reihe von einfachen Menschen, ohne auf exotische Klischees zurückzugreifen.

Der zweite Preis in Höhe von 20'000 Franken geht an die deutsche Journalistin Nina Schick für ihre Reportage Unter dem Kreuz, die im Süddeutsche Zeitung Magazin erschienen ist. In dieser persönlichen und intimen Geschichte geht es um Religion und Missbrauch, ein weit verbreitetes und immer noch oft verborgenes Phänomen unserer Zeit, das die Autorin ohne Sentimentalität, Anklage oder Pathos und mit starker Wort- und Bildkraft behandelt.

Der dritte Preis in Höhe von 10'000 Franken geht an die amerikanische Journalistin Sarah A. Topol für ihre Reportage The Schoolteacher and the Genocide, die im New York Times Magazine erschienen ist. Topol erzählt die ganze Geschichte des vertriebenen Volkes der Rohingya aus der Sicht einer Lehrerin. Sie verbringt viel Zeit mit ihrer Protagonistin und schafft es so, nicht nur die tatsächlichen Erfahrungen des Exodus, sondern auch die Innensicht der Menschen darzustellen.

Die Gewinner wurden aus 39 Nominierten ausgewählt, die unter 1176 Einsendungen aus 101 Ländern in 21 Sprachen in die engere Wahl gezogen wurden. Der True Story Award ist der erste global ausgerichtete Journalistenpreis, der Vorbild und Ansporn für Journalisten auf der ganzen Welt sein soll. Darüber hinaus soll er die Stimmen der Reporter über die Grenzen ihrer Heimatländer hinaus bekannt machen und so die Vielfalt der in den Medien angebotenen Perspektiven erhöhen. Der True Story Award wird von einer unabhängigen Stiftung verliehen und würdigt die Arbeit von Reportern, die sich durch die Tiefe ihrer Recherchen, die Qualität ihres Journalismus und dessen gesellschaftliche Relevanz ausgezeichnet haben.

Ehrende Erwähnungen 2020/21:

Banafsheh Samgis (Iran), City of the Condemned; Yulia Vishnevetskaya und Misha Yashnov (Russland), The Elusive Star of Soviet Art Brut; Pablo de Llano (Spanien), And Thus We Lost the Generation that Changed Spain; Xiaoqing An (China), The Ci Poem on the Burial of Fallen Flowers, the Glue Applicator, and the Love Letter.

Alle 39 nominierten Texte können auf truestoryaward.org in ihrer Originalsprache und auf Englisch gelesen werden. (pd/mj)



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