Hans Stutz, geboren 1952 im luzernischen Seetal, ist seit den 1980er-Jahren als freier Journalist tätig und hat sich auf die Recherche zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz spezialisiert. Er war Chefredaktor des Medienmagazins der Journalistengewerkschaft und führte von 1995 bis 2014 die Chronologie rassistischer Vorfälle weiter, die zuvor Sigi Feigl begründet und Regula Bähler geleitet hatte. Stutz publizierte zwei Bücher zur Geschichte des Rechtsextremismus und Antisemitismus in der Schweiz, darunter «Der Judenmord von Payerne» (2000).
Eine unabhängige Jury, 2026 besetzt mit Alexandra Stark, Amit Juillard und Kaspar Surber, wählte Stutz aus. Bewerbungen für den Preis sind ausgeschlossen. Die Jury begründet ihre Wahl damit, dass Stutz' Lebenswerk historische Recherche mit journalistischer Genauigkeit verbinde; er habe Themen verfolgt, die «oft ungern öffentlich verhandelt wurden», heisst es in einer Mitteilung.
Wie bei diesem Preisverfahren üblich, bestimmt nicht die Jury, sondern der Hauptpreisträger selbst die Förderpreisträgerin. Stutz wählte Bourquin, Verantwortliche für Recherchen bei «ArcInfo». Die 1983 Geborene kam über das Lokalradio RTN zum Journalismus, wo sie ab 2009 stellvertretende Chefredaktorin war, und ist seit 2017 bei «L'Express» beziehungsweise dessen Nachfolgetitel «ArcInfo» tätig. Die Jury habe die Wahl mit einem empfehlenden Votum gestützt, so ProLitteris.
Der ProLitteris-Preis rotiert seit 2012 durch vier Sparten – Literatur, bildende Kunst, Journalismus und Verlagswesen. 2026 ist turnusgemäss wieder der Journalismus an der Reihe. (pd/cbe)
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20.06.2026 08:03 Uhr

