10.07.2007

Zürich

Journalist wegen übler Nachrede verurteilt

Keinen Beweis für Anschuldigungen erbracht.

Ein aus dem Kosovo stammender Schweizer Journalist ist vom Zürcher Bezirksgericht wegen übler Nachrede gegen einen kosovarischen Parlamentarier verurteilt worden. Er wurde zu einer Geldbusse von 60 Tagessätzen zu je 30 Franken verdonnert, wie die Nachrichtenagentur AP vermeldet. Zudem muss er dem Politiker insgesamt 17'000 Franken an Schmerzensgeld und Prozessentschädigung zahlen sowie 5'000 Franken an Gerichtskosten tragen; letztere wurden aber einstweilen abgeschrieben.

Das Gericht verwies darauf, dass der Journalist den Wahrheitsbeweis für Äusserungen in einem Artikel der in Zürich erscheinenden Zeitung "Bota Sot" vom Juni 2004 nicht erbracht habe. Dem Bericht nach habe der Parlamentarier als Führungsmitglied der Kosovo-Befreiungsarmee UCK während und nach dem Kosovo-Krieg politische Morde befohlen. Auf Grund der Akten laufe gegen den Politiker jedoch kein Verfahren, und es sei auch nicht bekannt, dass er jemals angeklagt worden sei, heisst es in dem am Dienstag veröffentlichten Urteil.


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