Die Journalistenverbände SVJ und comedia sowie die Gewerkschaft SYNA kritisieren den mit der NZZ ausgehandelten Sozialplan. Er betrifft eine noch unbekannte Anzahl Journalisten und Journalistinnen, denen wegen Sparmassnahmen gekündigt wird. Zwar würdigen der Schweizer Verband der Journalistinnen und Journalisten (SVJ) sowie die Gewerkschaften die Bereitschaft der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), soziale Verantwortung für alle Angestellten wahrzunehmen - auch für jene, die nicht einem Gesamtarbeitsvertrag unterstehen. Dennoch erachten sie das Resultat als "dürftig für eine Firma, die bisher bei den Angestellten als äusserst grosszügig und sozial gegolten hatte", wie sie am Donnerstag gemeinsam mitteilten. Der Sozialplan wurde diese Woche unterzeichnet.
Er garantiert den Betroffenen das bisherige Einkommen für maximal ein Jahr nach der Kündigung. Dies wurde dank Verlängerung der Kündigungsfristen sowie Ausgleichszahlungen bei Arbeitslosigkeit oder schlechterem Lohn erreicht. Für soziale Härtefälle wurde ein "Härtefallfonds" geäufnet.
Keine Abgangsentschädigungen
Die an den Verhandlungen ebenfalls beteiligte Delegation von NZZ-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern akzeptiert den Sozialplan, stört sich aber an fehlenden Abgangsentschädigungen. Nicht einmal langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden eine solche erhalten, heisst es in der Mitteilung. Noch ist unklar, wievielen gekündigt wird. Im Juni verkündete die NZZ, dass sie "einen Teil" der knapp 700 Stellen bis etwa Mitte des nächsten Jahres überall dort abbauen werde, wo es nötig werde. Als Grund nannte sie den Rückgang des Werbevolumens und damit verbundene Ertragseinbussen. Der Tages-Anzeiger schrieb in seiner Donnerstagsausgabe von einem Abbau auf der NZZ-Online-Redaktion von 17 auf 10 Stellen.
Das vergangene Jahr war für die gesamte NZZ-Gruppe nach eigenen Angaben eines der schwierigsten der jüngeren Geschichte. Erstmals seit 1996 musste wegen stark rückläufiger Inserateeinnahmen eine Umsatzabnahme hingenommen werden. Der Reingewinn ging von 50.3 Millionen Franken im Jahr 2000 auf 0.1 Millionen zurück. (sda/pers.)


