Für "voll gelungen" hält SF- Chefredaktor Ueli Haldimann die Sendung "Entscheidung 07: Die Jugenddebatte". "Die Sendung, von der Redaktion 'Club' als Unikat in kurzer Zeit aus dem Boden gestampft und produziert, war spannend und hochinteressant", freut sich Haldimann in seinem internen Newsletter.
SF war offenbar kein Aufwand zu gross, um die Sendung durchzuführen. So sind laut der Mittelland Zeitung im Vorfeld sämtliche 100 jugendlichen Gäste in der Sendung einzeln gecastet worden, weil man "auf jeden Fall vermeiden wollte, dass gelangweilte Gesichter im Saal stehen, die auf eine spontane Frage nicht antworten können", wie Haldimann schreibt.
Beachtliche 22.5 Prozent Marktanteil erreichte die vergangene Woche ausgestrahlte Aufzeichnung, in welcher junge Erwachsene "über Lust und Frust, sich am politischen Leben zu beteiligen", diskutierten. War die "Jugenddebatte" also ein grosser Erfolg? Ein näherer Blick auf die Zuschauerzahlen von Mediapulse fördert Ernüchterndes zu Tage: Das Durchschnittsalter des Publikums lag bei 57.5 Jahren -- und damit etwa gleich hoch wie bei der "Tagesschau", wie die MZ berichtet.
Dass das publizistische Angebot des Schweizer Fernsehens zu den Wahlen den Nerv der Jugendlichen nicht getroffen hat, legt auch ein Blick ins Forum nahe, welches das Schweizer Fernsehen eingerichtet hat. In den vergangenen Wochen sind gerade Mal neun Beiträge zum Thema "Cooles Leben -- doofe Politik" eingegangen. Und im von SF eingerichteten YouTube-Channel hat bloss ein Dutzend Jugendliche einen Beitrag hochgeladen -- ein Teil der Videos sind Propaganda-Clips der Jungfreisinnigen. Gleichwohl kommt Haldimann insgesamt zum Schluss: "Die Operation ist rundum geglückt -- knowhowmässig, vor allem aber auch imagemässig."

