25.09.2022

TV-Nutzung

Junge wenden sich vom Fernsehen ab

Die tägliche Fernsehnutzung geht vor allem bei jüngeren Menschen konstant zurück. Die Gründe verorten Fachleute auch bei den Sendern selbst. Diese haben bereits auf die Entwicklung reagiert.
TV-Nutzung: Junge wenden sich vom Fernsehen ab
TV-Sender müssen die junge Zielgruppe nicht abschreiben, sondern auf anderen Kanälen abholen. (Bild: Pixabay)

«Die Fernsehnutzung in der Schweiz bewegt sich gerade bei den Jüngeren bedrohlich schnell auf den Nullpunkt zu. Die jüngsten Daten erinnern fatal an die Entwicklung bei den Zeitungen», schreibt Roger Baur, Chef von Dienst Newsroom bei Swisscom, auf seinem LinkedIn-Profil.

Die Schweiz am Wochenende nennt «neue Zahlen» vom Bundesamt für Statistik. Im Juli wurden diese veröffentlicht. Demnach wenden sich jüngere Menschen in der Deutschschweiz «gerade rasant vom Fernsehen ab». Bei den 15- bis 29-Jährigen liegt der tägliche Konsum noch bei 30 Minuten – «weniger als halb so lang wie vor fünf Jahren». 26 Minuten pro Tag schauen die 3- bis 14-Jährigen fern.

Die Schweiz am Wochenende zitiert aus Baurs LinkedIn-Post: «Vom Streaming her sozialisierte Nutzer sind sich komplexeres vielseitigeres, schnelleres Storytelling gewohnt.» Die auf mehrere Stunden hochgepanschten Shows deutscher TV-Sender – mit vielen Werbeunterbrechungen – würden ebenso abschreckend wirken wie «zähflüssige Magazine, bei denen bereits die Anmoderation länger dauert als drei durchschnittliche TikTok-Videos».

Laut Thomas Friemel, Professor für Kommunikation und Medienforschung an der Universität Zürich, sei zudem das Handy oder Tablet zum primären Medium geworden. Fernsehsender müssten es schaffen, «Eingang in die täglichen Mediennutzungsroutinen zu finden», so Friemel zur CH-Media-Zeitung.

TV-Anbieter würden auf diese Entwicklung reagieren. Die Schweiz am Wochenende nennt als Beispiel das Streamingportal Oneplus von CH Media oder SRF, das Jüngere dort abholen will, wo sie sind: auf den sozialen Medien. (cbe)



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