23.09.2008

Merz im Spital

Kameras auf Dach waren bewilligt

Couchepin kritisierte Aufnahmen von SF.

Die Kameras auf dem Dach des Inselspitals, die die Verlegung von Bundesrat Merz festgehalten haben, waren vom Inselspital bewilligt worden -- unter Vorbehalt des Schutzes der Persönlichkeit des Patienten. Bundespräsident Pascal Couchepin hatte die Aufnahmen des Schweizer Fernsehens von Bundesrat Merz' Verlegung kritisiert. Im "Blick" vom Montag ist -- im Gegensatz zu den gesendeten Aufnahmen des Schweizer Fernsehens -- das Gesicht des Patienten klar erkennbar.

Markus Hächler, Leiter des Mediendienstes des Inselspitals, hatte dem "Blick"-Fotografen und den Kameraleuten des Schweizer Fernsehens den Zutritt auf das Dach des Inselspitals erlaubt, wie er gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte. Bewilligt waren Aufnahmen des landenden Helikopters. Hächler hatte auf dem Dach dem Kameramann erklärt, dass das Patientenrecht gewährleistet werden müsse, der Patient also nicht erkennbar sein dürfe.

Laut Hächler stand der "Blick"-Fotograf in der Nähe. "Ich habe aber nicht bemerkt, dass dieser meinen Ausführungen nicht gefolgt war. Es ist ganz klar mein Fehler", erklärte Hächler. Er habe am Montagnachmittag dem Sohn von Bundesrat Merz einen Brief geschrieben, um sich zu entschuldigen.

Menschenwürde respektiert

Die Frage sei weniger, ob Bundesrat Merz erkennbar sei oder nicht, erklärte Dominique von Burg, Präsident des Schweizer Presserates, gegenüber der SDA. "Alle kennen Bundesrat Merz", sagte er. Die Frage sei vielmehr, ob die Menschenwürde respektiert worden sei, und da gebe es Ermessensspielraum.

Gemäss von Burg ist die Menschenwürde aber auf den vom "Blick" veröffentlichten Bildern gewahrt. Der intubierte Bundesrat sei nicht in Grossaufnahme, sondern in einem medizinischen Umfeld gezeigt worden. Übermässige Neugierde oder gar Voyeurismus stellt der Presserats-Präsident darum nicht fest.

Ringier, Herausgeberin der Zeitung "Blick", ist sich denn auch keines Verstosses bewusst. "Wir sind der Meinung, hier die richtige Mischung aus Nähe, die Boulevard schafft, und Distanz aus Rücksicht vor der Person gefunden zu haben", sagte Mediensprecher Stefan Hackh auf Anfrage. (sda)


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