Auch Tamedia-Sprecherin Eta Pavlovic bestätigt gegenüber "persoenlich.com", dass die Rahmenverträge mit der Publigroupe per Ende 2007 gekündigt wurden. "Zur Zeit finden neue Verhandlungen statt." Über die Ergebnisse werde zu gegebener Zeit informiert. Tamedia vermarktet ihr Inserategeschäft mehrheitlich selbst. Bei Grossaufträgen tritt die "P" jedoch als Vermittlerin auf.
Die Publigroupe ist vor einigen Jahren mit der NZZ eine enge Partnerschaft eingegangen. Dabei tauschten die Lausanner ihre Minderheitsbeteiligungen gegen neue Pachtverträge für das Inserategeschäft ein. 2004 hatte die "P" ihre Beteiligung an drei Zürcher Landzeitungen gegen eine 11-prozentige Beteiligung am NZZ-Regionalverbund Freie Presse Holding und die exklusive Inseratevermittlung der NZZ-Titel eingewechselt.
Die Tamedia hält der "P" seither vor, sich nicht ans Neutralitätsprinzip zu halten und die NZZ-Titel in der Inseratevermittlung zu bevorzugen. Der vor wenigen Wochen zurückgetretene Tamedia-Verleger Hans-Heinrich Coninx warf der "P" vor kurzem in einem Interview mit "persönlich rot" vor, dass die "P" im lokalen Bereich den NZZ-nahen Blättern -- wie der Zürcher Oberländer oder die Zürichseezeitung -- gegenüber den Split-Ausgaben der Tamedia den Vorrang gebe.
Tamedia ist nicht das einzige Medienhaus, dessen Verhältnis zur Publigroupe getrübt ist. Mitte Mai gab die Basler Zeitung Medien (BZM) bekannt, dass sie per 1. Januar 2008 den Anzeigenverkauf für alle ihre Titel von der Publicitas in Eigenregie übernehme. Das Verlagshaus reagierte mit diesem Schritt auf die neue Konkurrenzsituation in der Region. Die Publigroupe bleibt allerdings strategischer Partner der BZM.

