Der private Fernsehsender U1 soll eine Plattform für den Schweizer Sport werden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Sender weiterhin analog ausgestrahlt wird. Dazu haben die Initianten ein Gesuch ans Bundesamt für Kommunikation eingereicht.
Die Initianten des geplanten "Schweizer Sport Fernsehens" verstehen ihr Angebot als Ergänzung zur Sportberichterstattung des Schweizer Fernsehens SF, wie der St. Galler Medienunternehmer und Alt-FDP-Nationalrat Peter Weigelt einen Bericht der SonntagsZeitung bestätigte. Weigelt ist einer der Investoren, die hinter dem Projekt stehen. Er sitzt im Verwaltungsrat der eigens gegründeten United Sport Production USP TV AG. An dieser Firma sind der Sender U1 und die Plakatgesellschaft Affichage mit je 25 Prozent beteiligt. Private teilen sich in die übrigen 50 Prozent des Aktienkapitals.
VR-Präsident ist der Unternehmer Giorgio Behr, der auch dem Verwaltungsrat der Schaffhauser Kadetten Handball AG vorsitzt. Handball ist eine der Sportarten, denen der Kanal eine mediale Öffentlichkeit bieten will. Über den Bildschirm flimmern sollen auch Volleyball-, Uni-Hockey- oder Basektball-Meisterschaftsspiele. Die Produktionsfirma erhält einen Beirat, in dem Prominente aus Sport und Wirtschaft Einsitz nehmen sollen. Designierter Präsident ist laut Weigelt der Präsident der Eidg. Kommunikationskommission (ComCom), Marc Furrer. "Die Gremien erstellen wir erst, wenn wir ein Okay aus Bern erhalten haben", sagte Weigelt.
Mit diesem "OK" aus Bern steht und fällt das Projekt, das die Initianten am Dienstag in Zürich den Medien vorstellen. Der 2003 gegründete Sender U1 droht nämlich per Ende August aus dem analogen Angebot des Kabelnetzbetreibers Cablecom zu fallen. Ändern kann dies der Bundesrat, indem er U1 zum Must-carry-Programm erklärt. Inzwischen sind die Promotoren des neuen Sportkanals beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) vorstellig geworden. Aufgrund des neuen Radio- und Fernsehgesetzes kann der Bundesrat maximal 25 Sender festlegen, welche die Kabelnetzbetreiber analog verbreiten müssen. Es sei das erste Mal, dass das Bakom ein solches Gesuch zu beurteilen habe, sagte Bakom-Sprecherin Caroline Sauser.
Wie lange das Bakom dafür braucht, konnte Sauser nicht sagen. Für U1 und die Initianten des Sportfernsehens drängt die Zeit allerdings. Ende August nimmt Cablecom den Sender vom analogen Netz. Stelle sich der Bundesrat hinter das Projekt, komme man auf den Entscheid zurück, sagte Hans-Peter Nehmer, Kommunikationschef bei Cablecom. (sda)

