30 Millionen Franken für private Radio- und TV-Veranstalter, 12,5 Millionen Franken für die indirekte Presseförderung, 10 Millionen Franken für die Nachrichtenagentur sowie 5 Millionen Franken für grössere Tages- und Wochenzeitungen: Dieses Notpaket hatte der Bundesrat im Mai als Corona-Nothilfe bewilligt (persoenlich.com berichtete). Es führte dazu, dass den Redaktionen etwa die Gebühren für die Nachrichtenagentur Keystone-SDA erlassen wurden oder 65 Radiostationen je Hunderttausende von Franken erhielten.
Wenn nun bald die Auswirkungen der zweiten Welle spürbar werden, können die Verlage nicht mehr mit einem solchen Zustupf aus Bundesbern rechnen. Dies geht aus Aussagen von Bakom-Direktor Bernard Maissen hervor. An einem Podium an der Universität Bern am Montag beurteilte er die Lage der Medien als schwierig, aber dramatisch sei sie noch nicht. «Die Werbeeinnahmen gehen weiter zurück, um 10, 15 oder bis zu 20 Prozent – je nach Diversifikationsgrad des Mediums. Jedoch gibt es noch kein Massensterben von Medien. Das System funktioniert noch», sagte Maissen.
Bund könne kein zweites Mal helfen
Wie sehr Corona den Medien zusetze, werde sich nun während der zweiten Welle zeigen. 2021 werde ein schwieriges Jahr, wahrscheinlich schwieriger als das laufende, denn es sei völlig ungewiss, was fürs kommende Jahr budgetiert werden könne. Dazu komme, dass der Staat nicht mehr dieselben Unterstützungsmöglichkeiten bieten könne wie im Frühling. «Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, dass ein zweites solches Überbrückungspaket eingesetzt wird. Der Bund hat bereits sehr viel Geld in die Hand genommen», sagt Maissen (siehe Video unten ab ca. 1.06 Min.). Für ein zweites Corona-Notpaket gebe es momentan weder politischen Willen noch seien diesbezüglich Alarmschreie der Medien zu hören.
Mit dem Corona-Notpaket sollte laut dem Bundesrat der regionale Service public schweizweit gesichert werden. (eh)