06.06.2022

TX Group

Klage gegen Initiativkomitee eingereicht

Wegen einer gemäss der TX Group «nicht autorisierten Verwendung» eines Interviews: Das Komitee der Konzernverantwortungsinitiative sieht sich mit einer Anzeige konfrontiert. Ringier verzichtet dagegen auf rechtliche Schritte.
TX Group: Klage gegen Initiativkomitee eingereicht
Über die Konzernverantwortungsinitiative wurde am 29. November 2020 abgestimmt. Die Initianten hatten mit Interviews von Tamedia und Ringier geworben. (Bilder: Keystone/Anthony Anex, zVg)

Im November 2020 kündigten Tamedia und Ringier an, rechtliche Schritte gegen das Initiativkomitee der Konzernverantwortungsinitiative zu prüfen (persoenlich.com berichtete). Grund: Auf Flyern seien Interviews aus ihren Zeitungs- und Zeitschriftentiteln «widerrechtlich, irreführend, in missbräuchlicher Weise und im jeweiligen Layout und Logo der Publikationen» verwendet worden. Konkret ging es um zwei Interviews mit alt FDP-Ständerat Dick Marty, die am 23. Oktober 2020 im Magazin Schweizer Illustrierte (Ringier Axel Springer Schweiz) und am 25. Oktober 2020 in der Zeitung Le Matin Dimanche (Tamedia) erschienen waren.

Während Ringier keine rechtlichen Schritte einleitet, macht die TX Group nun ernst, wie aus einem Artikel der Schweiz am Wochenende (SchaW) hervorgeht: Das Medienunternehmen habe «aufgrund der nicht autorisierten Verwendung» des Interviews Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht. Das Komitee hat die Anzeige dem Bericht zufolge bestätigt. Gemäss Geschäftsleiterin Rahel Ruch würde die TX Group dem Komitee einen Verstoss gegen das Urheber- und das Markenrecht vorwerfen. Aus ihrer Sicht seien die Vorwürfe jedoch «aus der Luft gegriffen», wird sie von der SchaW zitiert.

Das Komitee sei sich keiner Schuld bewusst, habe sich laut Ruch aber dennoch «öffentlich und schriftlich» bei der TX Group entschuldigt. Deshalb sei es etwas irritierend, dass diese nie das Gespräch mit dem Komitee gesucht habe und nur noch per Anwalt kommuniziere, sagt Ruch im Bericht weiter. «Bis heute wurden wir im Hinblick auf eine gütliche Einigung nicht kontaktiert», wird die TX Group im Artikel zitiert. Man wolle sich nicht weiter zum Fall äussern, da das Strafverfahren laufe. (tim)


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KOMMENTARE

Artur Vogel
07.06.2022 08:11 Uhr
Es ist ärgerlich, dass immer wieder Artikel geklaut, unautorisiert abgedruckt und natürlich nicht bezahlt werden. Vor allem wir freie Journalisten, die wir uns eh am Ende der Nahrungskette befinden und normalerweise nicht über die Mittel verfügen, Zivilprozesse zu führen, zahlen dafür einen Preis. Wenn Frau Ruch grossmäulig verkündet, die Vorwürfe seien "aus der Luft gegriffen", sich aber gleichzeitig entschuldigt, entlarvt sie sich ja wohl selber.
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