Der Betriebsertrag der AG für die Neue Zürcher Zeitung sank in den ersten sechs Monaten um 6,9 Prozent auf 109,0 Millionen Franken. Verantwortlich dafür sind laut Mitteilung der Verkauf des Zurich Film Festival und des Geschäftsbereichs Architonic, die IT-Entflechtung mit CH Media sowie der anhaltende strukturelle Rückgang im Printgeschäft.
Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) stieg um 2,6 Prozent auf 5,1 Millionen Franken, die bereinigte Marge verbesserte sich von 4,3 auf 4,7 Prozent. Der ausgewiesene Ebit fiel dagegen um 10,3 Prozent auf 2,8 Millionen Franken. Bereinigt werden 2,3 Millionen Franken Abschreibungen, die bei der Neubewertung von Vermögenswerten im Zug des APG|SGA-Beteiligungsausbaus anfielen. Im Text der Mitteilung wird nur der bereinigte Wert genannt, der ausgewiesene erscheint allein in der Kennzahlentabelle.
Dasselbe gilt für den Verlust: Die Mitteilung nennt ein bereinigtes Konzernergebnis von –1,2 Millionen Franken, ausgewiesen sind –3,4 Millionen. Der Verlust geht auf den Verkauf der verbleibenden 35-Prozent-Beteiligung an CH Media zurück, bei dem die Goodwill-Rückführung den Buchgewinn überstieg. Dieser Effekt sei rein buchhalterisch, einmalig und nicht liquiditätswirksam, schreibt das Unternehmen. Das Finanzergebnis kippte von 5,3 Millionen Franken im Vorjahr auf –5,4 Millionen.
Gewachsen ist das Kerngeschäft nur in Teilen. Im Lesermarkt legte der Ertrag dank des Premium-Angebots «NZZ Pro» und des Geschäfts in Deutschland um 6,7 Prozent auf 49,7 Millionen Franken zu, im digitalen Werbemarkt um acht Prozent auf 26,0 Millionen. Der gesamte Werbemarktertrag sank jedoch um 6,3 Prozent auf 44,3 Millionen Franken, der Nutzermarkt stagnierte bei 57,1 Millionen. Beide Werte finden sich nur in der Konzernerfolgsrechnung. Zu beachten ist zudem, dass Syndizierungserträge seit 2026 im Lesermarkt Digital ausgewiesen werden; die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.
Deutlich verändert hat sich die Bilanz. Ende April übernahm das Unternehmen für 132 Millionen Franken weitere 20 Prozent am Aussenwerber APG|SGA und hält seither 45 Prozent (persoenlich.com berichtete). Das langfristige Fremdkapital stieg von 2,1 auf 92,1 Millionen Franken, das Eigenkapital sank von 213,3 auf 167,3 Millionen. Die Eigenkapitalquote liegt noch bei 44 Prozent nach 61 Prozent Ende 2025. Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit fiel mit –5,0 Millionen Franken negativ aus, nach –2,6 Millionen in der Vorjahresperiode.
Der Zuwachs beim bereinigten Ebit erfolgt von einer tiefen Basis: Im ersten Halbjahr 2025 war dieser Wert um 26 Prozent eingebrochen. Für das Gesamtjahr 2025 wies das Unternehmen ein bereinigtes Betriebsergebnis von 12,7 Millionen Franken aus (persoenlich.com berichtete). Der Ausblick bleibe angesichts der geopolitischen Lage und der Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Medienbranche mit Unsicherheit behaftet, heisst es im Aktionärsbrief. (pd/nil)

