Nach dem Schuldspruch des Zürcher Obergerichts zum Einsatz der versteckten Kamera in einem "Kassensturz", übt SF-Chefredaktor Ueli Haldimann Kritik an der Argumentation der Richter. Ein Richter habe gesagt, man hätte im Falle des Versicherungsberaters das Gespräch auch schriftlich festhalten und die Szene mit Schauspielern nachstellen können. "Das ist doch eine absurde Vorstellung", sagt er im Interview mit der Mittelland Zeitung. Er befürchtet, dass die Schwelle zum Einsatz der versteckten Kamera damit weiter steigt.
Haldimann weist darauf hin, dass vor allem auch der anwaltschaftliche Journalismus, wie ihn der "Kassensturz" pflegt, durch die Urteilssprechung der Gerichte beeinträchtigt werden könnte. Er versichert gegenüber der MZ, dass SF die versteckte Kamera nicht leichtfertig einsetze. Es gebe wenige Fälle, in denen der Einsatz nötig sei. Aber: "Das Fernsehen braucht Bilder, um konkrete Sachverhalte zu belegen."
Zum Fall des Schönheitschirurgen Peter Meyer-Fürst, bei dem sich Haldimann mit weiteren SF-Verantwortlichen ebenfalls wegen versteckter Kamer vor Gericht verantworten muss, sagt Halidmann nur soviel: "Unsere Position hat sich durch das Urteil des Obergerichts sicher nciht verbessert."

