Volksmusikfreunde sind nicht glücklich über die Verschiebung der volkstümlichen Sendungen von Radio DRS 1 auf den DAB-Sender DRS Musigwälle. "Ich finde das keine gute Sache", sagte Hanspeter Gautschin von der IG Volksmusik auf Anfrage der SDA.
Der Geschäftsführer des Dachverbandes der Volkskultur- und Brauchtumsverbände ist der Meinung, dass der Volksmusik auf DRS Musigwälle weniger Gewicht beigemessen werde, als wenn diese auf DRS 1 gespielt würde. Aus Sicht der Volkskulturschaffenden wäre eine Präsenz auf dem meistgehörten Sender der Schweiz wichtiger.
Im Weiteren kritisiert Gautschin das derzeitige Musikprofil von DRS Musigwälle. Dieses habe heute ein Schwergewicht beim volkstümlichen Schlager. Der habe mit Volksmusik aber wenig zu tun. Eine Vermischung der beiden Stile auf demselben Spartensender vermindere den Wert authetischer Volksmusik.
Pro Senectute sieht Probleme wegen technischen Neuerungen
Von der Verschiebung der volkstümlichen Sendungen von DRS 1 auf die DRS Musigwälle sind zu einem grossen Teil ältere Hörerinnen und Hörer betroffen. Bei der Pro Senectute will man sich der technischen Entwicklung beim Radio aber nicht verschliessen.
Katja Schori, Kommunikationsverantwortliche der Pro Senectute Schweiz, meinte auf Anfrage der SDA, dass die Problematik der von Radio DRS angekündigten Programmumgestaltung einzig darin liege, dass ein Wechsel beim Programm gleichzeitig mit einer technischen Neuerung verknüpft werde.
So müssten Hörerinnen und Hörer, die sich seit Jahren an gewisse Sendezeiten gewöhnt hätten, nicht nur ihre Gewohnheiten ändern, sondern zusätzlich auch noch einen neuen Radio erwerben. Der technischen Entwicklung dürfe man sich aber keineswegs verschliessen, sondern dafür sorgen, dass auch die ältere Bevölkerung an deren Vorteilen teilhaben könne.
Schori erachtet die neue Programmstruktur bei Radio DRS als eine Aufwertung der DRS Musigwälle. Allerdings gelte es, die Hörer der Musigwälle, die ein DAB-Radiogerät kaufen wollen oder müssen, beim Kauf transparent zu informieren. (sda)
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