18.08.2003

Programmkommission RGB

Kritik an "Heimweh. Alles im Fluss…"

Prominente "Sommer-Tipps" als Farbtupfer.

Die von "SF Spezial" präsentierten Sendungen "Heimweh. Alles im Fluss…" vermochten die Programmkommission RGB nicht zu überzeugen. Zwar fehlte es nicht an einigen interessanten Beiträgen und schönen Bildern und kam den sieben Sendungen auch ein gewisser sommerlicher Unterhaltungswert zu. Alles in allem aber ging es mehr um "Verpackung" als um Inhalte. Und das Wasser wurde vor allem als Transportweg für die Fernsehboote genutzt, während kaum gezeigt wurde, wie wichtig das Wasser und der Umgang mit ihm sind.

Dass die Sommeraktion nicht zu befriedigen vermochte, führt die Programmkommission RGB zu einem grossen Teil auf einen Zwiespalt in der Zielsetzung zurück. Einerseits sollte über die sieben Sendungen ein Bild der Schweiz entstehen, das durch die Wasserlandschaften und die darin lebenden Menschen geprägt wird. Andrerseits wollte man weder eine News- noch Unterhaltungssendung und schon gar nicht "Schulfernsehen" machen. Zudem sollte es eine Wasserreise und nicht eine Wasserproblemreise werden. Gefragt waren spielerischer Umgang, Improvisation und eine aussergewöhnliche "Verpackung".

Entstanden sind, so die Programmkommission RGB, Sendungen, die allzu sehr an der Oberfläche blieben und über weite Strecken zufällig, beliebig und belanglos waren. Der Landschaft kam nur eine Nebenrolle zu. Die Menschen, denen man begegnete, waren oft nicht mehr als "Zaungäste", während die moderierenden Fernsehleute mit ihren Booten sehr im Mittelpunkt standen. Und obwohl die Sendereihe am UNO-Jahr des Wassers "aufgehängt" war, dominierte eindeutig die Bootsreise, während die eigentlichen Wasserfragen -- vor allem auch jene über den Umgang mit und die Verantwortung gegenüber dem Wasser -- nur am Rande zur Sprache kamen. Die Kommission vertritt die Auffassung, dass das Format von "SF Spezial", das sich in andern Fällen bewährt haben mag, bei "Heimweh. Alles im Fluss…" kein glücklicher Ansatz war. Zudem hat sich in diesem aussergewöhnlichen Sommer die Vorproduktion der Beiträge als störend erwiesen.

Prominente 'Sommer-Tipps' als Farbtupfer

Mehr Gefallen fand die Programmkommission RGB -- trotz anfänglicher Skepsis- an der Sommeraktion der Regionaljournale "Prominente Sommer-Tipps". Wenn auch nicht alle Beiträge zu überzeugen wussten, so werteten doch zahlreiche Farbtupfer das Sommerprogramm auf. Besonders zu überzeugen vermochten jene Tipps, bei denen eine prominente Persönlichkeit ihren Lieblingsorte mit viel "Herzblut" vorstellte und es den Programmschaffenden gelang, diese Situation dem Publikum zu vermitteln. Als besonders geglückten Beitrag bezeichnet die Programmkommission jenen über den Sänger Tinu Heiniger und das Emmental, der vom Regionaljournal Bern Deutschfreiburg Oberwallis realisiert wurde. Dass die Kommission ganz allgemein die "eigenen Beiträge" gut beurteilt habe nichts mit Chauvinismus, sondern vielmehr mit deren Qualität zu tun, teilt die Programmkomission mit. Aber auch die Tipps aus der "übrigen Schweiz" wurden keineswegs als Fremdkörper im Regi-Programm empfunden.


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen