09.01.2022

RT DE

Kritik an Roger Köppels TV-Auftritt

Der Chefredaktor und Verleger der Weltwoche soll gemäss der NZZaS auf dem russischen Staatsender Truppenbewegungen Russlands relativiert haben. Das löste Kritik von Politikern aus, wogegen sich Roger Köppel nun wehrt.
RT DE: Kritik an Roger Köppels TV-Auftritt
Weist die Kritik nach einem Auftritt in RT DE von sich: SVP-Nationalrat Roger Köppel. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

Während die Weltöffentlichkeit einen neuen Krieg in der Ukraine befürchtet, tritt Roger Köppel, SVP-Nationalrat und Mitglied der aussenpolitischen Kommission, im russischen Staatssender RT Deutschland (DE) auf, wie die NZZ am Sonntag berichtet: «Man darf das fast nicht mehr sagen – aber es gibt viele Ukrainer, die lieber zu Russland gehören würden», sagt Köppel unter anderem.  

Mit keinem Wort verurteile der Verleger und Chefredaktor der Weltwoche die Truppenverschiebungen Putins, so die NZZaS weiter. Vielmehr warne er den Westen: «Da sollten die USA nicht hineinfunken. Wenn die Russen in Mexiko oder Kuba hineinfunken würden, geht das auch nicht.» Und er fordert vom amerikanischen Präsidenten, der Putin vor einem Einmarsch in die Ukraine gewarnt habe, eine «Abrüstung der Rhetorik».

Bischof: «Köppel wird zum Handlanger Putins»

In Bundesbern erntet Köppel dafür Kritik. Der Präsident der aussenpolitischen Kommission des Ständerats, Mitte-Politiker Pirmin Bischof, sagt im Zeitungsbericht: «Russia Today ist ein staatlicher Propagandasender eines autoritären Regimes. Es ist höchst bedenklich, wenn sich Herr Köppel in diesem heiklen Kontext eines drohenden Krieges von einer fremden Macht einspannen lässt. Er wird damit zum Handlanger Putins.»

Und FDP-Aussenpolitiker Hans-Peter Portmann moniert die Doppelzüngigkeit: «Roger Köppel hält die Neutralität hoch und schreibt anderen Politikern vor, sie hätten sich nicht zu äussern zu den Konflikten weltweit. Für ihn selbst scheint dies nicht zu gelten.» Köppel sieht es dagegen anders: Es sei sein Beruf, als Chefredaktor der Weltwoche aussenpolitische Vorgänge nach bestem Wissen und Gewissen zu kommentieren, schreibt er auf Anfrage der NZZaS.

Mit Sorge beobachte er die seines Erachtens zu einseitige Sicht auf Russland und plädiere für mehr Ausgewogenheit, so Köppel gegenüber der Zeitung weiter: «Damit versuche ich, ohne mir einzubilden, die Wahrheit gepachtet zu haben, einen Beitrag zur besseren Verständigung zu leisten. Von Gesprächsverweigerung und Ausgrenzung ausländischer Fernsehstationen halte ich nichts.» (pd/tim)



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Kommentare

  • Peter Urech, 13.01.2022 02:47 Uhr
    Nebst der WELTWOCHE sollte man auch regelmässig den K-TIPP lesen (die neueste Ausgabe dringend!) und auch ZEITFRAGEN !
  • Susanne Marti, 11.01.2022 09:48 Uhr
    Schön, dass hier auch mitdiskutiert werden darf, was bei den Ringier-Medien oft nicht drr Fall ist. Soviel zum Thema staatliche Propagandasender eines autoritären Systems. Diese Herren tun gut daran ihre eigene Funktion zu prüfen und sachliche Werte einzubringen.
  • Peter Herzog, 11.01.2022 09:11 Uhr
    Putin übt sich in Kriegspropanda (die Nato soll Russland angreifen wollen? Lächerlich. Russland soll bestimmen können, mit wem sich seine Nachbarländer verbünden dürfen? Absolut anmassend...), um innenpolitisch bei seinem wirtschaftlich unzufriedenen Volk punkten zu können. Ein Schweizer Nationalrat und Journalist macht da mit und es gibt noch Leute, die dafür Verständnis haben, weil es "nicht Mainstream" sei....
  • Sepp Schlager , 10.01.2022 15:03 Uhr
    Köppel hat in allen Punkten recht. Na was denn sonst?
  • Willy Wahl, 10.01.2022 10:45 Uhr
    Gut, haben wir eine Persönlichkeit wie Roger Köppel, der - ohne sich zu überschätzen - „gutgelaunt“ sagt was er denkt und beim unsäglichen Russlandbashing nicht mitmacht.
  • Hans Geiger, 10.01.2022 09:43 Uhr
    Die WW und Köppel sind da nicht allein. Auf Infosperber gibt es eine grosse Zahl von Artikeln, welche Russland nicht durch die politische Mainstream-Brille betrachten.
  • Victor Brunner, 09.01.2022 10:20 Uhr
    Portmann und Bischof sollten Köppel nicht so ernst nehmen. Köppel geht es immer nur um Aufmerksamkeit und sein Ego. Die WW ist in Seitwärtsbewegung, kein Grund zum jubeln, als NR eher Hinterbänkler, da ist jedes Mikro willkommen, Auch RT DE. Dafür bedankt er sich mit artigen Worten.

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