03.02.2022

Medienpaket

Ladina Heimgartner wirbt für ein Ja

Die CEO der Blick-Gruppe macht sich in einem Kommentar für das Mediengesetz stark. Das Paket, über das am 13. Februar abgestimmt wird, sei «eine überlebenswichtige Übergangslösung».
Medienpaket: Ladina Heimgartner wirbt für ein Ja
«Echter Journalismus ist nie nur Beruf, sondern immer auch Berufung», schreibt Ladina Heimgartner, CEO der Blick-Gruppe, in einem Leitartikel. (Bild: Ringier)

«Eine vielfältige Medienlandschaft widerspiegelt unser Land in all seinen Facetten. Sie sind der Dorfplatz für unseren demokratischen Austausch», schreibt Ladina Heimgartner, CEO der Blick-Gruppe, in einem Kommentar vom Donnerstag. Dieser Vielfalt gelte es Sorge zu tragen. «Das Medienpaket leistet einen überlebenswichtigen Beitrag dazu.»

Doch eine «kleine Gruppe Verleger und Journalisten» hätte sich verbündet, um das Paket zu stürzen. «Dabei setzen sie in fast schon selbstverständlicher Manier ihre eigenen Medienkanäle als strategisches PR-Instrument ein, sorgen sich aber zugleich angeblich um die Unabhängigkeit der anderen Medien, falls zusätzliche Bundesmittel fliessen», so Heimgartner.

Journalistinnen und Journalisten seien im Wissen um ihre Verantwortung der Gesellschaft und der Wahrheit verpflichtet. An diesen Werten würden sich die allermeisten Redaktionen verpflichten, wenn auch sich die Titel in der Ausgestaltung unterscheiden würden. «Der Blick ist etwas knalliger und nahe bei den Menschen, die NZZ hat einen nüchternen Stil, die Engadiner Post stellt das Lokale in den Mittelpunkt.» Diese Vielfalt wolle das Medienpaket stärken.

Weil internationale Tech-Giganten Werbung im grossen Stil abziehen, müssten rein ökonomisch betrachtet die Medienhäuser viele Zeitungen und Zeitschriften eindampfen, «weil sie längst nicht mehr wirklich rentabel sind», so Ladina Heimgartner. Sie würden aber einem Bedürfnis nach regionalen Nachrichten nachkommen, hätten dafür aber keine Mittel für den Ausbau digitaler Angebote. Genau hier setze die auf sieben Jahre befristete Förderung via Vergünstigung der Posttarife an. (cbe)


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KOMMENTARE

Andi Volkart
05.02.2022 11:13 Uhr
Die Frage stellt sich doch, ob Journalisten für ihren Beruf bezahlt werden sollen oder nicht. Es ist nicht verboten, eigene Zeitungen, Flugblätter, E-Reader-Abos und Bücher herzustellen und diese zu verkaufen. Als die Youtuber-Gründer mit Ihrer Idee anfingen, mussten sie eigenes Kapital in die Hände nehmen und diesen 3 Programmierern wurde damals kein Erfolg von ihren Kollegen beschienen, wie man einer Doku über Youtube entnehmen kann. Warum hat man nie darüber diskutiert, die Medien via Lotteriefonds zu finanzieren, oder warum muss die Post künstlich subventioniert werden, wenn es heute neue Digital-Papier-Geräte gibt, die einfach täglich neu mit Inhalten eingespiesen werden könnten? Das Abo für eine Digital-Papier-Ausgabe (z.B. ein Remarkable-Gerät) könnte man per Abo verkaufen, eine Postzustellung würde dann entfallen und die Leser, die immer noch etwas "Papieriges" in der Hand halten wollen, haben hier eine Alternative. Ausserdem würde dann weniger Abfall in Form von echtem Papier anfallen. Was mich eigentlich auch verwundert: Die Medienhäuser kritisieren gar nicht diejenigen CH-Firmen, von denen sie kein Geld mehr erhalten und die heute über Google, Facebook, usw. Werbung schalten: Warum nicht? Die zielgerichtete Werbung dieser Giganten kann zeitlich, interessenabhängig, altersbezogen und auch wirklich "leistungsgenau" geschaltet werden. Zeitungsinserate können nicht gemessen werden, ob und wie viele Leser wirklich die Werbung gelesen haben. Daher muss man erkennen, dass die Medienhäuser den technischen Fortschritt verschlafen haben. Und noch wegen Ladina Heimgartner: Da lesen wir über ihre Vita, dass sie schon für die No-Billag-Abstimmung und die SRG geweibelt hatte: "...Seit 2007 arbeitet sie für die SRG: zuerst als Redaktorin von Radio Rumantsch, danach als Leiterin des Hintergrund-Ressorts und als stellvertretende Chefredaktorin RTR. 2011 wechselte Ladina Heimgartner zur Generaldirektion der SRG nach Bern, wo sie den neu geschaffenen Bereich Märkte und Qualität aufgebaut und während dreier Jahre geleitet hat." Für viele Rentner sind Medien heute wichtige Beschäftigungstherapie: Die Arbeitstätige Bevölkerung liest aber gar keine Medien in Papierform mehr oder hat sie noch nie vollständig gelesen.
Daniel Neukomm
03.02.2022 09:49 Uhr
Wenn die Abstimmung bachab geht, dann wegen diesen Deutschweizer Schreihälsen, die Halbwahrheiten verbreiten. Diese "kleine verbündete Gruppe Verleger und Journalisten" hat Frau Heimgartner mit diesem prägnanten Text schön auf den Punkt gebracht. Zum Glück hat sie auch eine ordentliche Reichweite, denn es gibt noch was zu tun in der Deutschschweiz für ein Ja!
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