04.05.2018

P.S.

Linke Zürcher Zeitung einmal mehr gerettet

Das gesteckte Crowdfunding-Ziel von 300'000 Franken und 300 Neuabonnenten wurde zwar verfehlt, trotzdem kann die Redaktion vorerst weitermachen.
P.S.: Linke Zürcher Zeitung einmal mehr gerettet
Das P.S. besteht weiter, wie Chefredaktorin Min Li Marti in der Ausgabe vom Freitag schreibt. (Bild: persoenlich.com)

Die linke Zürcher Wochenzeitung «P.S.» ist – einmal mehr – gerettet: Der Spendenaufruf vom März hat dem Blatt 160'000 Franken und 75 neue Abonnenten eingebracht. Damit kann die Redaktion vorerst weitermachen, obwohl das eigentliche Ziel verfehlt wurde.

In einem ganzseitigen Spendenaufruf rief das «P.S.» Anfang März um Hilfe. Das Blatt brauche dringend 300'000 Franken und 300 neue Abonnenten, sonst werde die Zeitung eingestellt. Das Problem waren vor allem die fehlenden Inserate (persoenlich.com berichtete).

Der Hilferuf wirkte: Innert zweier Monate konnte die Redaktion 160'000 Franken Spenden entgegennehmen und erhielt 75 neue Abonnenten, wie Chefredaktorin Min Li Marti in der Ausgabe vom Freitag schrieb. Damit wurde das etwas gar sportliche Ziel von 300'000 Franken und 300 Abonnenten zwar verfehlt, das Blatt kann aber trotzdem weitermachen.

Um weitere Spendenaufrufe überflüssig zu machen, will das linke Blatt nun an sich selber arbeiten. In den sozialen Medien sei das «P.S.» noch zu wenig präsent. Die Redaktion wolle künftig auch die Werbung verstärken und verbessern. Gerade jetzt, wo sich Christoph Blocher das «Tagblatt der Stadt Zürich» unter den Nagel gerissen habe, sei eine linke Stimme wichtiger denn je, schreibt Marti.

Nicht der erste Hilferuf

Es war nicht das erste Mal, dass das kleine Blatt mit einer Spendenaktion gerettet werden musste. Im Jahr 2012 bat das «P.S.» ebenfalls um Hilfe. Damals kamen fast 95'000 Franken zusammen. Ein früherer Hilferuf aus dem Jahr 2004 – unter dem Titel «Dörfs es bitzeli meh si?» – brachte 50'000 Franken.

Die Zeitung wurde 1999 gegründet und hat ihre Wurzeln in der Tradition der linken und sozialdemokratischen Presse. Gelesen wird sie in erster Linie von Sympathisanten und Mitgliedern der SP und der Grünen. (sda/maw)



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