Lust auf «Seitentriebe» ist vergangen

SRF - Über 100'000 Zuschauer haben seit letzter Woche weggezappt. Die Verantwortlichen sind dennoch zufrieden. Die Serie sei vor allem online stark nachgefragt, sagt SRF-Fiktions-Chef Urs Fitze.

Halbzeit bei «Seitentriebe». Als die SRF-Serie am Montag vor einer Woche startete, schrieb TV-Kritiker René Hildbrand: «Schon nach wenigen Sendeminuten verspürte ich einen Trieb. Es war der Drang, den Fernseher ausschalten.» Hildbrand sollte nicht der Einzige sein.

Seit letzter Woche hat «Seitentriebe» auf SRF zwei über 100'000 Zuschauer verloren. Erreichten die ersten beiden Folgen noch durchschnittlich 357’500 Zuschauer, waren es bei den letzten beiden von diesem Montag nur noch 251'500. Der Marktanteil sank auf 14,2 Prozent (Personen 3+, Deutschschweiz).


Bei SRF analysiert man die Zahlen trotzdem mit Genugtuung. «Wir sind sehr zufrieden und erleichtert, dass die Serie auf Anhieb ein so grosses Publikum gefunden hat», sagt Urs Fitze, Bereichsleiter Fiktion. «Der Rückgang der Einschaltquoten kam für uns nicht unerwartet.» Und dennoch: Die Zahlen von «Seitentriebe» seien am letzten Montag immer noch mehr als doppelt so hoch wie bei «Grey’s Anatomy», der bislang bestlaufenden Serie auf diesem Sendeplatz.

«Was uns besonders freut, ist die Tatsache, dass ‹Seitentriebe› auf Online sehr stark nachgefragt ist: Letzte Woche wurde die erste Folge über 70’000 Mal auf Play SRF abgerufen», so Fitze weiter. Auch die dritte Folge hätten bis Dienstagmorgen bereits über 10'000 User auf dem Player angeklickt.

Seit dem 26. Februar zeigt SRF die achtteilige Fernsehserie «Seitentriebe». Sie beschäftigt sich mit dem Liebesleben in Langzeitbeziehungen und was heutige Paare im Innersten zusammenhält. Die Idee zur Serie stammt von Güzin Kar, die auch die Drehbücher schrieb (persoenlich.com berichtete). (cbe)