Marchand hält Initiative für «destruktiv»

SRG - Nach der Lancierung der Halbierungsinitiative «200 Franken sind genug» meldet sich der SRG-Generaldirektor zu Wort. Er vermutet dahinter die Absicht, die SRG zu schwächen, und fürchtet um Arbeitsplätze.

Am Dienstag wurde die Initiative «200 Franken sind genug» lanciert. Das überparteiliche Komitee, das sich aus Vertretern der SVP, des schweizerischen Gewerbeverbands und der Jungfreisinnigen zusammensetzt, präsentierte sein Anliegen auf einer Medienkonferenz in Bern (persoenlich.com berichtete). Die Initianten wollen die Serafe-Gebühren für Radio und Fernsehen von 335 auf 200 Franken im Jahr senken. 

Nun meldet sich SRG-Generaldirektor Gilles Marchand zu Wort. In einem SRF-Interview schildert er, was die Kürzung der Mittel aus seiner Sicht für das Unternehmen und die Gesellschaft bedeuten würde. Er bezeichnet die Initiative als «destruktiv».

«Ich glaube eher, die Initianten haben die No-Billag-Initiative noch nicht verdaut und kommen jetzt mit einer neuen Idee zurück, die SRG zu schwächen. Das wird weitergehen und das müssen wir bekämpfen», so Marchand. Sollte die Initiative «200 Franken sind genug» an der Urne Erfolg haben, könnte die SRG ihre dezentralen Strukturen nicht mehr aufrechterhalten. Zulasten regionaler Berichterstattung würde sich eine Konzentration auf womöglich nur noch ein zentrales Hauptstudio in der ganzen Schweiz aufdrängen.

Dies würde einen grossen Stellenabbau zur Folge haben: «Es würde Tausende Arbeitsplätze kosten, und zwar nicht nur bei der SRG, sondern auch in der Privatwirtschaft. Es würde extrem schwierig für die ganz Film-, Musik- und Kulturbranche, wo wir viel investieren. Aber auch die Investitionen mit den privaten Unternehmen wären betroffen. Das wäre nicht nur für uns, sondern für die ganze Gesellschaft extrem schwierig», so Marchand. (mj)