Max Frenkel ist 84-jährig verstorben. Dies erfuhr persoenlich.com aus seinem Umfeld.
Der ehemalige Journalist machte sich mit seinen prononcierten Kommentaren zur Schweizer Politik landesweit einen Namen. Ursprünglich studierte Frenkel Rechtswissenschaft an der Universität Zürich und promovierte 1967 beim bekannten Staatsrechtler Werner Kägi. Von 1967 bis 1987 war er Geschäftsführer der CH Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit in Solothurn. Gleichzeitig war er von 1970 bis 1973 Generalsekretär der Prospektivkonferenz der Neuen Helvetischen Gesellschaft. Von 1987 bis 2003 arbeitete er als politischer Redaktor der Neuen Zürcher Zeitung und anschliessend bis 2006 als Kolumnist der NZZ am Sonntag. Ebenfalls schrieb er als Kolumnist der Weltwoche und der Basler Zeitung.
Sagen, was andere nicht können
Während seiner Zeit bei der NZZ befasste er sich besonders intensiv mit dem damals virulenten Konflikt um nachrichtenlose jüdische Vermögen auf Schweizer Banken in den 1997er-Jahren. Später hielt er fest, als Jude sei er frei gewesen, auch Dinge zu sagen, die bei Nicht-Juden als antisemitisch kritisiert worden wären. So geriet Frenkel in Kritik, weil er einen Vortrag des damaligen SVP-Nationalrates Christoph Blocher im Vorfeld geprüft hatte, ob dieser antisemitisch sei oder nicht und diesen als nicht-antisemitisch eingestuft hatte. Frenkel gehörte von 1977 bis 1988 als Vertreter der FDP dem Gemeinderat von Zuchwil an. In der Schweizer Armee war er Oberstleutnant. Frenkel war ledig und wohnte in Zuchwil. Frenkel wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.
Der Trauergottesdienst findet am Donnerstag 22. September 2022 um 19 Uhr im Seniorenheim Sikna, Sallenbachstr. 40, 8055 Zürich, statt. (Wikipedia, ma)

