Gratiskultur hin oder her: Schweizerinnen und Schweizer geben für die Medien immer mehr aus: Vergangenes Jahr betrugen die Ausgaben pro Privathaushalt 3'137 Franken, wie die Resultate einer Studie des Verbands Schweizer Presse zeigen. Dies entspricht einer Steigerung um zwei Prozent. Am meisten profitiert haben vom Wachstum Kino und Fernsehen. Die Printmedien dagegen stagnieren bei einem Umsatz von 1,8 Mia. Franken.
Insgesamt wurden hierzulande 10.4 Mia. Franken für Medienprodukte ausgegeben. Davon entfallen rund 5.8 Mia. Franken auf die Inhalte, 3.1 Mia. Franken auf Geräte und 1,5 Mia. Franken auf den Zugang. Sowohl bei den Ausgaben für Inhalte wie auch für den Zugang wächst der Markt weiterhin. Hingegen entwickelt er sich bei der Hardware leicht rückläufig.
Presse ist die grösste Inhaltsproduzentin
Grösste Inhaltsproduzentin bleibt laut dem Verlegerverband die Presse. Sie trägt einen Anteil von 30,6 Prozent zum gesamten Content-Budget von 5,8 Mia. Franken bei. IT und Telecom liegen mit 19,3 Prozent an zweiter Stelle vor dem Fernsehen mit 13,6 Prozent.
Das digitale Kabelfernsehen konnte zwar rund 12 Prozent zulegen. Dieses Wachstum liege jedoch unter den Erwartungen, wie die Studienverantwortlichen erkären. Per Ende Jahr verzeichnete Bluewin-TV 20000 Anschlüsse. Dagegen wurden 2006 55000 Parabolspiegel verkauft -- 10000 mehr als im Vorjahr. Der Absatz für Radioempfangsgeräte sank um einen Drittel.
Der Umsatz für Internet-Downloads wuchs um 24 Prozent, derjenige für mobilen Download um 38 Prozent. Insgesamt wurde im letzten Jahr über eine Milliarde Franken für bezahlte Inhalte über das Internet, das Mobil- oder das Festnetztelefon ausgegeben. Um rund 16 Prozent sind die Ausgaben der Privathaushalte für Breitband-Verbindungen gestiegen. Rückläufig sind hingegen die Ausgaben für PCs: Bei Desktop-Geräten ist ein Einbruch von fast 30 Prozent zu verzeichnen.
Beliebte Filme und Spiele
Die Schweizerinnen und Schweizer gingen 2006 wieder öfters ins Kino, wo die Einnahmen auf 245 Mio. Franken anstiegen. DVD's sind ebenfalls immer beliebter. Rund 360 Millionen Franken gaben die Schweizerinnen und Schweizer 2006 für Filme auf DVDs aus. Gewachsen ist auch der Markt der Computer- und Videospiele, nämlich um 14,4 Prozent auf 310 Mio. Franken. Mit rund 689 Mio. Franken machen die Bücher immer noch einen gewichtigen Budgetposten aus, auch wenn ihr Absatz tendenziell leicht rückläufig ist.

